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Schleswig-Holstein Veränderungen im Ackerbau gefordert
Nachrichten Schleswig-Holstein Veränderungen im Ackerbau gefordert
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16:36 18.07.2019
Jüngere Landwirte in Schleswig-Holstein setzten Veränderungen oft sehr aufgeschlossen um, ältere verhielten sich da weit kritischer, heißt es beim Bauernverband. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Der Landesbauernverband hat die Landwirte in Schleswig-Holstein aufgerufen, notwendige Veränderungen nicht zu verweigern. Als Beispiele nannte Verbandspräsident Werner Schwarz am Donnerstag in Kiel den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, sowie die Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Der Bauernverband hatte vor gut zwei Jahren ein Positionspapier vorgelegt, mit dem er sich vor dem Hintergrund von Umweltbelastungen und verändertem Verbraucherverhalten zu Veränderungen in der Produktion bekannte. „Landwirtschaft hat sich immer angepasst“, sagte Schwarz.

Verbrauch von Mineraldünger in Schleswig-Holstein senken

„Wir erwarten, dass unsere Berufskollegen das in ihre Ackerbaustrategie mit einbauen“, sagte Schwarz zu den Positionsbestimmungen des Verbandes. Jüngere Landwirte setzten Veränderungen oft sehr aufgeschlossen um. Ältere verhielten sich da weit kritischer, nach dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht“. In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt mehr als 12.000 landwirtschaftliche Betriebe.

Beim Schwerpunktthema Einsatz von Dünger dringt der Bauernverband darauf, mit Gülle, Mist und Jauche die Bodenfruchtbarkeit zu stärken und zugleich den Verbrauch von Mineraldünger zu senken. Außerdem könnten Transporte von Gülle zu anderen Betrieben verringert werden. Schwarz schätzte, dass 20 bis 30 Prozent der angefallenen Gülle woandershin gebracht werden.

Glyphosat in Schleswig-Holstein auf ein Drittel der Flächen

Der Bauernverband gibt den Landwirten auch konkrete Empfehlungen, wie sie mit Restriktionen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln umgehen können. Kritisch-distanziert zeigt sich der Verband zum Aus des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat, das Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für spätestens für 2022 erwartet.

„Wir kaufen uns den Glyphosat-Verzicht mit anderen Nachteilen ein“, sagte der Ackerbau-Experte Ludwig Hirschberg. Derzeit werde schätzungsweise ein Drittel der Flächen im Land mit Glyphosat behandelt; im Ackerbau nutze fast jeder Landwirt das Mittel. Es steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Wen Glyphosat nicht mehr eingesetzt werden darf, müsse Unkraut stärker mechanisch bekämpft werden, sagte Schwarz.

Zur Erhaltung der Artenvielfalt nutzen nach Darstellung des Bauernverbandes viele Landwirte nicht nur Förderprogramme, sondern setzen auch freiwillig Maßnahmen um. Beispiele seien das Anlegen von Blühstreifen sowie die Pflege von Knicks und Gewässern. „Viele Landwirte kümmern sich schon um dieses Thema“, sagte Hirschberg.

Von dpa

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