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Schleswig-Holstein Sorge um das Steinzeitgrab
Nachrichten Schleswig-Holstein Sorge um das Steinzeitgrab
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09:00 10.02.2019
Von Kristiane Backheuer
Der „Denghoog“ ist eine große begehbare Megalithanlage aus der Jungsteinzeit. Der 3,50 Meter hohe Hügel wurde erstmals im September 1868 von einem Hamburger Geologen untersucht. Die unterirdische Kammer ist aus Findlingen gebaut, von denen einer bis zu 18 Tonnen wiegt. Im Hügelgrab wurden unter anderem Reste einer unverbrannten Leiche, Werkzeuge und Schmuck gefunden. Die Originalfunde liegen im Schloss Gottorf in Schleswig, Kopien sind im Sylter Heimatmuseum ausgestellt. Quelle: Erich Feller
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Sylt

Unter Fachleuten gilt der „Denghoog“ als eines der bedeutendsten Steinzeitgräber in Nordeuropa. Doch viele Sylter machen sich Sorgen um den Erhalt der mehr als 5000 Jahre alten Megalithanlage. Denn in unmittelbarer Nähe soll ein neues Wohnhaus mit vier Ferienwohnungen entstehen. Experten befürchten, dass der schwere Bauverkehr zu erheblichen Schäden am Großsteingrab führen könnte. Der Kultur- und Heimatverein „Söl’ring Foriining“ hat sich in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. „Das archäologische Denkmal darf nicht leichtfertig einer drohenden Beschädigung preisgegeben werden“, so Sven Lappoehn, Geschäftsführer des Vereins. Rückenwind bekommt er vom Archäologischen Landesamt in Schleswig.

„Denghoog“ kann besichtigt werden

Seit 1928 ist der 2600 Mitglieder zählende Verein Eigentümer des Grundstücks, auf dem die Grabanlage steht. Fachleute loben ihren herausragenden wissenschaftlichen Wert, da sie niemals durch Steinraub oder Abgrabungen zerstört wurde. Der angrenzende Weg darf dabei seit 1929 vom Eigentümer des Nachbargrundstücks zum Gehen, Reiten und Befahren genutzt werden. „So wurde es damals im Grundbuch festgelegt. Nur ging man früher von den üblichen Fahrzeugen aus und nicht von den heutigen großen Baumaschinen und Baggern.“

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Bürgermeisterin bestätigt Bauantrag

Wenningstedts Bürgermeisterin Katrin Fifeik bestätigte den eingegangenen Bauantrag für das Grundstück.  „Da sich der Antrag an alle im B-Plan 7 geltenden Bestimmungen hält, gibt es keinen Entscheidungsspielraum.“ Die Mitglieder des Bauausschusses hätten allerdings fünf Hinweise an den Kreis weitergegeben. So müsse das Archäologische Landesamt zwingend fortlaufend beteiligt werden, die Verdichtung des Bodens müsse sorgfältig erfolgen, ein Schwerlastverkehr möglichst unterbleiben, und das Einrammen von Spundwänden sei zu unterlassen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass „die Erschließung nicht gesichert ist“. Ach das Archäologische Landesamt betrachtet die Baupläne aufmerksam.

Heike Stüben 09.02.2019
Christian Longardt 11.02.2019