Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Behörden bestätigen ersten Coronavirus-Fall in Lübeck
Nachrichten Schleswig-Holstein Behörden bestätigen ersten Coronavirus-Fall in Lübeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:12 01.03.2020
Ein Mann schaut sich in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac einen Träger mit Bakterien an, aus denen DNA und anschließend RNA gewonnen wird (gestellte Szene). Quelle: Sebastian Gollnow
Anzeige
Lübeck

In der Hansestadt Lübeck ist der erste Fall einer Covid-19-Infektion bestätigt worden: Es handelt sich um eine Person aus Lübeck, die sich wahrscheinlich auf einer Geschäftsreise in München angesteckt hat, wie die Stadt am Sonnabendabend mitteilt.

„Die Person nahm nach ihrer Rückkehr am 26. Februar 2020 ihre Arbeit nicht wieder auf“, schildert ein Sprecher der Stadt die Situation. „Durch die bayrischen Behörden wurde dem Gesundheitsamt Lübeck die Person als Kontaktperson gemeldet. Das Gesundheitsamt der Hansestadt Lübeck hat daraufhin in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein sofort die notwendigen Maßnahmen eingeleitet.“

Anzeige

Behörden ermitteln und informieren Kontaktpersonen des Infizierten

Die Person zeige bisher keine Symptome und befinde sich in häuslicher Isolierung. Die Personen, die engen Kontakt hatten, werden derzeit durch das Gesundheitsamt Lübeck ermittelt, informiert und gegebenenfalls auf den Erreger getestet.

Dabei gehe das Gesundheitsamt nach folgendem Schema vor: Im Falle eines Nachweises des Coronavirus werde gegenüber der infizierten Person eine Quarantäne im häuslichen Umfeld oder im Krankenhaus – je nach Gesundheitszustand und abhängig davon, ob es die häusliche Situation zulässt – angeordnet. „Umgehend werden daraufhin die engen Kontaktpersonen ermittelt, benachrichtigt und ebenfalls getestet“, so der Sprecher weiter. Grundsätzlich stünden auch die engen (ansteckungsverdächtigen) Kontaktpersonen unter Quarantäne, unabhängig davon, wie der erste Test ausfällt, da die Inkubationszeit (ca. 14 Tage) abgewartet werden müsse.

Das sagt der Bürgermeister zur Situation

 „Das Gesundheitsamt Lübeck ist gut vorbereitet auf diesen und mögliche weitere Fälle“, betont Bürgermeister Jan Lindenau. „Bereits seit Wochen stehen die Mitarbeitenden in engen Kontakt mit dem Landesministerium, allen Gesundheitsämtern in Schleswig-Holstein, der Polizei, dem Rettungsdienst, den niedergelassenen Ärzten sowie dem UKSH und den SANA-Kliniken, um durch koordiniertes Handeln die Infektionsgefahr durch positiv getestete Personen zu minimieren.“

Ob eine Diagnostik sinnvoll ist, sollte im Zweifelsfall telefonisch mit dem Hausarzt geklärt werden, der sich mit dem für Infektionsschutz zuständigen örtlich Gesundheitsamt abstimmt. Personen mit Atemwegserkrankungen, die zuvor in einem Risikogebiet waren oder Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten, können sich auch an die Telefonnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) wenden (auch außerhalb der Sprechzeiten). Zudem sollten diese Personen unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

Mehr zum Coronavirus

Sind Praxen für Coronavirus gerüstet?

Coronavirus: Das müssen Sie jetzt wissen

Vier Kreuzfahrt-Passagiere in Quarantäne

Großes Dossier zum Thema Coronavirus

Es gibt einen zweiten Coronavirus-Fall in Hamburg

Ehefrau des Henstedt-Ulzburger Arztes nicht infiziert

Von RND/kha