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Schleswig-Holstein Schüler bekennen sich zu Politik
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09:00 10.05.2019
Von Jördis Merle Früchtenicht
Ministerpräsident Daniel Günther diskutiert im RBZ Wirtschaft mit Schülern Fragen zu Europa, zum Grundgesetz und zu mehr politischem Engagement junger Menschen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Fast alle Plätze der Aula des RBZ Wirtschaft sind gefüllt, nur in der ersten Reihe sind einige reservierte Stühle frei geblieben. Die Entourage des Ministerpräsidenten setzt sich, während Günther sich knapp drei Wochen vor der Europawahl an die Schüler wendet: "Man braucht keine Angst vor Politik zu haben. Das weiß ich aus langjähriger Erfahrung", so der Ministerpräsident zum Auftakt der Veranstaltung, bei der er den Aktionskalender "Jugend und Demokratie" vorstellt.

Kalender soll politisches Engagement fördern

Der Kalender sei ein Appell, sich demokratisch zu beteiligen und dabei auch etwas zu lernen, so Günther zu den rund 400 Schülern in der Aula. "Wenn ihr nicht selbst mitredet und eure Interessen vertretet, dann machen das andere – und die sind meist älter."

Dass sie mitreden können, zeigen die Schüler in der anschließenden Podiumsdiskussion. Sechs von ihnen stellen Fragen zu Europa und zum Grundgesetz, zu Bildungschancen und Jugendarbeitslosigkeit.

Klimawandel und Artenschutz sprechen die Schüler an

"Gerade wurde veröffentlicht, dass eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Sollte es nicht einen Artikel zum Klimaschutz im Grundgesetz geben?", wollten die Schülerinnen Paula Volkmer (17) und Bahar Inanc (18) wissen. "Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlage ist dort als Aufgabe von Politik bereits festgehalten", so Günther. Politiker müssten Taten folgen lassen: "Es braucht konkretes politisches Handeln für den Klimaschutz. Wir sind noch nicht gut genug, das ist bitter."

Daniel Günther will Motivation zu Engagement erhöhen

Der Auszubildende Mohamad Droubi (35) macht zunächst eine schnelle Umfrage im Publikum. Auf die Frage, wer in keiner Partei sei, melden sich fast alle Anwesenden. "Was tun Sie, um die Motivation zu erhöhen, sich zu engagieren?", will Droubi wissen. Er sehe ein Event wie dieses als Beitrag, sagt Günther. Und erzählt von seiner eigenen Motivation: "Ich bin auch in die CDU eingetreten, weil ich manches in der Partei bescheuert fand." Er habe Dinge ändern wollen.

Junge Menschen würden sich bereits einbringen

Junge Menschen würden sich bereits politisch beteiligen, findet Auszubildende Milena Wasmund (22). "Mit Fridays for Future und den Protesten gegen die EU-Urheberechtsrichtlinie gab es in letzter Zeit viel Engagement. Aber die Leute fühlen sich vielleicht auch von der Politik im Stich gelassen."

Der Protest gegen die Richtlinie habe leider nicht gereicht, räumt Günther ein. Die Entscheidung auf EU-Ebene halte er persönlich für falsch. "Aber natürlich kommt Engagement auch an. Wir hätten im Landtag nicht über die Richtlinie gesprochen, hätten nicht so viele demonstriert."

Viele Fragen aus dem Publikum

Lust auf einen Austausch mit dem Ministerpräsidenten hat das Publikum auch nach der Podiumsdiskussion. Während Günther sich auf den Bühnenrand setzt, melden sich die ersten. Kreuzfahrtschiffe in Kiel, rechte Parteien in Deutschland und Europa und deutsche Rüstungsexporte sind Themen, die die Schüler bewegen.

Für die Auszubildenden Burcu Yilmaz (20) und Nils Spamer (22), die auch auf der Bühne mitdiskutieren, ist die Veranstaltung mit Günther interessant. "Es war gut, um mehr in das Thema Politik reinzukommen", so Spamer. Yilmaz ergänzt: "Daniel Günther war sehr locker, ich hatte einen strengen Politiker erwartet."

Während sich die Aula langsam leert, bildet sich neben dem Ministerpräsidenten eine Schlange. Einige Schüler wollen noch Fragen klären, andere ein Selfie machen.

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