Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Jeder Sprung eine Herausforderung
Nachrichten Schleswig-Holstein Jeder Sprung eine Herausforderung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 27.11.2013
Wie Katzen springen Parkour-Sportler über Hindernisse in der Stadt. Quelle: iks
Anzeige
Kiel

Mittlerweile findet man sie in jeder großen Stadt. Die sogenannten „Traceure“ oder Freerunner werden immer bekannter durch Werbespots oder Actionfilme. Doch hinter den waghalsig scheinenden Stunts verbirgt sich mehr. Für viele ist Parkour und Freerunning nicht nur ein Sport. Es ist eine Philosophie und auch eine Lebensart: Lernen, wie man seinen Körper beherrscht, und die Fähigkeit mit Hindernissen und seiner Umgebung umgehen zu können, bedeutet ein Großteil der Arbeit, die die Sportler leisten. Doch es geht auch darum, sich seiner Angst zu stellen und sie zu überwinden. Der Grundgedanke lautet: Von einem Ort zum anderen den schnellsten Weg finden.

 Die Idee kam dem Erfinder der Sportart, David Belle, durch seinen Vater, der sich im Krieg einen schnellen Weg suchen musste, um von A nach B zu gelangen. Dies hat Belle dann auf die Stadt umgemünzt, einige Dinge dazu erfunden und dem Sport einen Namen gegeben. Erst wenig später gründete Sébastien Foucan, der mit Belle trainierte, Freerunning. Ihm ging es mehr um den kreativen Umgang mit Hindernissen und diese mit Flow, also flüssigen Bewegungen, zu überwinden.

Anzeige

 Wir haben dem 14-jährigen Freerunner Leon Pries aus Kiel, der schon seit zwei Jahren in der Szene ist, einige Fragen gestellt. Zweimal wöchentlich trainiert er mit einer Gruppe Jugendlicher in der Sporthalle der Ricarda-Huch-Schule und im KMTV. Auf die Frage, was ihn bewegt hat, mit dieser Sportart anzufangen, antwortet er: „Das Tolle daran ist, dass man nie auslernen kann. Immer wieder gibt es neue Ziele, die man erreichen kann. Außerdem gibt es keinen Gewinner oder Verlierer. Es geht nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen oder zu messen, sondern nur darum, wie weit man selbst kommen kann. Das ist das Einzige, was zählt.“

 Auch wenn es bereits Wettbewerbe gibt, geht es auch dort nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Die Athleten wollen ihre Freunde wiedersehen und Spaß haben. Der professionelle Freerunner Ryan Doyle aus Großbritannien erklärt, dass die Freerunner nicht gegeneinander kämpfen, sondern, dass jeder einzelne gegen den Lauf kämpft, den er vorbereitet hat. „Der Gewinner ist nicht der Beste. Der Gewinner ist der, dessen Stil am Besten zur Umgebung passt“, sagt er.

 Manchen mögen einige der Dinge unüberlegt und gefährlich vorkommen, doch Leon Pries meint: „Wir nehmen uns etwas vor, was wir lernen wollen, arbeiten darauf hin und probieren es erst, wenn wir wissen, dass wir es können. Dann gilt es nur noch, die Angst zu überwinden.“

 Wer Interesse hat, die Sportart auszuprobieren, kann die Webseite www.parkour-kiel.de besuchen. Dort finden Sie Informationen zu Trainingsorten und -zeiten in Kiel.

 Von Jasper Pollex und Sebastian Marxen, Klasse 9b, Gymnasium Lütjenburg