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Schleswig-Holstein Häusliche Gewalt: Wenn Männer Hilfe suchen
Nachrichten Schleswig-Holstein Häusliche Gewalt: Wenn Männer Hilfe suchen
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10:25 16.02.2019
Flensburg: Hanna Lindner von pro familia hängt Plakate in der Landesgeschäftsstelle von pro familia auf, die Gewalt gegen Männer thematisieren. Mit solchen Plakaten und Postkarten wollen Beratungsstellen auf Angebote für männliche Gewaltopfer aufmerksam machen. Quelle: Birgitta von Gyldenfeldt/dpa
Kiel/Flensburg/Elmshorn

Mit Plakaten und Postkarten wollen Beratungsstellen auf Angebote für männliche Gewaltopfer aufmerksam machen. Dass es sexualisierte und häusliche Gewalt gegen Männer gebe, sei vielen Menschen nicht bewusst, sagte der Diplom-Pädagoge Klaus-Peter David von pro familia in Flensburg.

18 Prozent Opfer von Gewalt

Es sei daher wichtig, das Bild zu korrigieren, dass Männern so etwas nicht passieren kann – auch wenn deutlich mehr Frauen Opfer von Gewalt werden. 2017 waren Zahlen des Bundesfamilienministeriums zufolge 18 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt Männer, wie David sagte.

Das schleswig-holsteinische Sozialministerium hat 2017 ein eigenen Angaben zufolge bundesweit einmaliges Modellprojekt „Männerberatung“ aufgelegt, das über drei Jahre bis Ende 2019 mit insgesamt 420 000 Euro vom Sozialministerium finanziert wird.

Über 200 Klienten

Angeboten wird die Männerberatung von drei Trägern: dem Frauennotruf in Kiel, pro familia in Flensburg und Wendepunkt in Elmshorn. Mehr als 200 Klienten haben nach Angaben der Träger bislang in einer der drei Beratungsstellen Unterstützung gefunden.

„Nicht wenige Männer haben bereits in ihrer Kindheit Gewalterfahrungen machen müssen“, sagte David. Verschiedene Studien legten nahe, dass jeder achte bis zwölfte Junge bis zur Vollendung seines achtzehnten Lebensjahres Opfer sexualisierter Gewalt werde und viele in ihrer Kindheit und Jugend geschlagen, getreten oder gehauen würden.

Psychische Folgen für Betroffene

David und seine Kollegen weisen auf die psychischen Folgen von Gewalterfahrungen hin: etwa Schlafstörungen, Depressionen, Suchterkrankungen oder Belastungsstörungen. „Das kann zu weiteren Problemen führen, zum Beispiel in der Partnerschaft, im sozialen Umfeld, bei der Arbeit, in der Schule und im Studium“, heißt es auf den Internetseiten der Männerberatung Schleswig-Holstein.

Nach Davids Ansicht scheint das Thema auch dank des Projekts verstärkt wahrgenommen zu werden. So würden etwa Polizisten, die von einem Mann um Hilfe gebeten werden, dessen Anliegen ernst nehmen und auch auf Beratungsangebote hinweisen.

Und auch Betroffene selbst trauen sich demnach vermehrt, Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Es kommen mehr Anfragen“, sagte David. So hätten ihn im Januar fünf Anrufe erreicht. „Das ist mehr, als wir früher hatten.“

RND/dpa

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