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Schleswig-Holstein Knochenjob bei der Feuerwehr
Nachrichten Schleswig-Holstein Knochenjob bei der Feuerwehr
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12:06 20.11.2013
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Wenn es brennt, muss es schnell gehen. Die Feuerwehrmänner müssen deshalb jederzeit einsatzbereit sein. Quelle: hfr
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Neumünster

Statt zwei tun heute rund 70 hauptberufliche Feuerwehrmänner Dienst. Ging es 1914 vor allem darum, Brände zu bekämpfen, hat sich die Feuerwehr zu einem Dienstleistungsunternehmen für Brandschutz, Hilfeleistung, Rettungsdienst und Katastrophenschutz entwickelt. Mit den Anforderungen an eine Wehr wuchs auch der Platzbedarf. Die Wache an der Wittdorfer Straße/Ecke Schützenstraße, die 1929 eingeweiht worden war, wurde zu klein. Der Neubau an der Färberstraße wird nun auf einer Nutzfläche von 6700 Quadratmetern 120 Feuerwehrmännern und Rettungskräften sowie 24 Feuerwehrautos und zehn Rettungsdienstfahrzeugen Platz bieten.

„Je 14 Mann arbeiten in drei Wachabteilungen in einem 8-,16- und 24-Stunden-Rhythmus“, sagt Wachabteilungsleiter Holger Schaaf. Der Schichtdienst verlangt den Feuerwehrmännern einiges ab: Auf vier Tage mit acht Stunden folgt ein 24-Stunden-Dienst. Dann ist das Wochenende frei, und in der darauf folgenden Arbeitswoche sind montags und mittwochs 16-Stunden-Nachtdienste angesetzt. An eine 40-Stunden-Woche sei gar nicht zu denken, die Wochenarbeitszeit eines Feuerwehrmannes betrage durchschnittlich 56 Stunden.

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Etwa 1500 Mal rückt die Berufsfeuerwehr Neumünster jedes Jahr aus – das sind Tag für Tag im Durchschnitt vier Einsätze. Natürlich sind nicht nur Brände zu löschen: Die Männer leisten technische Hilfe bei Unfällen, befreien Mensch und Tier aus misslichen Situationen und vieles mehr. Oft geht es um Leben und Tod. Die Arbeit bei der Feuerwehr ist ein Knochenjob, der die Männer durchaus an die Grenzen der Belastbarkeit bringt. Auch in der Wache gibt es immer etwas zu tun: „Bei der Wachübernahme werden alle Fahrzeuge auf den Hof gefahren und auf Funktion und Vollständigkeit geprüft“, erzählt der Wachabteilungsleiter. „Wenn etwas fehlt oder kaputt ist, wird das selbstverständlich sofort ersetzt.“

Danach nehmen einige Feuerwehrbeamte in der Leitstelle Not- und Anrufe entgegen, andere gehen ihren erlernten Berufen nach. Ein gelernter Tischler erledige beispielsweise Tischlerarbeiten in der hauseigenen Werkstatt. „Dabei müssen unsere Leute aber immer auf Durchsagen der Leitstelle achten und jederzeit bereit sein auszurücken. Innerhalb von 90 Sekunden nach Alarmierung müssen wir draußen sein“, sagt Schaaf.

Der Wachabteilungsleiter schreibt Berichte, erledigt Büroarbeiten und schreibt den Dienstplan. „Auch keine ganz einfache Geschichte, gerade wenn Männer kurzfristig wegen Krankheit ausfallen. Dafür haben wir zwar täglich bis zu drei Beamte im Verfügungsdienst. Aber zu Zeiten von Grippewellen zum Beispiel muss man da ordentlich jonglieren.“ Denn die Berufsfeuerwehr muss jederzeit in der Lage sein, in notwendiger Stärke zu helfen.