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Schleswig-Holstein Stegner erntet Spott und Häme
Nachrichten Schleswig-Holstein Stegner erntet Spott und Häme
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11:04 16.08.2019
Von Christian Hiersemenzel
Gesine Schwan und Ralf Stegner wollen am Freitag in Berlin vor der Bundespressekonferenz ihre Kandidatur verkünden. Quelle: dpa/Hendrik Schmidt, Markus Scholz | Montage: Lina Schlapkohl
Kiel

Er mache „keinen Hehl daraus, dass Ralf Stegner und Gesine Schwan meine Stimme nicht bekommen, sagte Weil. Er selbst hat eine eigene Kandidatur bislang abgelehnt und distanzierte sich auch von einer Doppelspitze. Auch Einzelkandidaturen seien gut vorstellbar.

Unterstützung erhielt Weil von Stegners Vorgänger als SPD-Landeschef, Claus Möller. „Wir brauchen eine klare Führungsstruktur, keine Doppelspitze, die den Kompromiss gleich einkalkuliert“, sagte er KN-online. Für Stegner indes sei die Bewerbung an der Seite von Schwan eine Chance. „Allein wäre er auf Bundesebene nicht mehrheitsfähig.“

Stegner und Schwan erklären sich in Berlin

An diesem Freitag wollen Stegner und Schwan ihre Bewerbung auf der Bundespressekonferenz in Berlin offiziell vorstellen. Auf Twitter kündigte Stegner für dann Fakten an, empfahl den Temptations-Musiktitel „Get Ready“ (zu deutsch: „Mach dich startklar“) – und sprach im Übrigen von Häme „von allen üblichen Verdächtigen“.

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Kritik auch aus der eigenen Partei

Diese kam auch aus seiner eigenen Partei – vom Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs zum Beispiel, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises: Erst habe Schwan um Kühnert als Partner geworben, jetzt sei es Stegner, schrieb Kahrs auf Twitter: „Bin gespannt, wen sie als nächsten aus dem Rennen nimmt, beste Frau.“ CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak twitterte: Wenn beide nun noch Juso-Chef Kevin Kühnert adoptierten, „könnten wir eine Neuauflage von ,Eine schrecklich nette Familie’ aufführen“. 

Vize-Bundestagspräsident Wolfgang Kubicki (FDP) bezeichnete die Lage der SPD als dramatisch, weil sich jemand um den Bundesvorsitz bewerbe, der gerade erst auf Landesparteiebene sein Amt abgegeben hatte. „Nach irdisch kommt unterirdisch.“

Politologe Knelangen: Kandidatur verdient Respekt

Der Parlamentarische CDU-Landtagsfraktionsgeschäftsführer Hans-Jörn Arp merkte ironisch an, dass Stegner „ja vom Erfolg verwöhnt“ sei. „So habe ich keine Sorge, dass er die Bundes-SPD auf die Erfolgsspur führen wird.“

Der Kieler Politologe Prof. Wilhelm Knelangen führt den allgemeinen Spott darauf zurück, dass der sich zum linken Flügel zählende Stegner stets polarisiert und nie den Anspruch gehabt habe, die ganze SPD zu repräsentieren. „Mit seiner Bewerbung will er aller Welt, vor allem aber seiner eigenen Partei zeigen, dass er weiterhin den Willen zur Macht hat. Seine Kandidatur verdient Respekt.“

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