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Schleswig-Holstein Kinder sollen früher zum Deutsch-Test
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21:01 06.08.2019
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will erreichen, dass Kinder im Norden viel früher zum Deutsch-Test kommen. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Dessen Forderung, Kinder ohne Deutsch-Kenntnisse nicht einzuschulen, lehnte Prien allerdings entschieden ab und erhielt dafür Rückendeckung aus dem Landeshaus. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir mit der Einführung einer Viereinhalbjährigen-Untersuchung den Sprachstand, aber auch die motorische Entwicklung der Kinder erfassen, um dann noch gezielter fördern zu können“, sagte Prien. Hamburg habe mit einer solch frühen Untersuchung der Kinder gute Erfahrungen gemacht. Der Deutsch-Test soll zusätzlich zur üblichen Schuleingangsuntersuchung erfolgen. Sie findet frühestens neun Monate vor Schulstart statt und damit oft zu spät, um größere Sprachdefizite noch beheben zu können.

Lesen Sie auch: Integrationsbeauftrage lehnt Linnemanns Vorstoß ab

Wie groß das Deutsch-Problem in Schleswig-Holstein ist, zeigen die Eingangsuntersuchungen für das Schuljahr 2016/17. Bei fast 16 Prozent der untersuchten Kinder (gut 3000 von 19200) waren „die Kompetenzen in der deutschen Sprache nicht ausreichend für den Schulbesuch“, bilanzierten die Amtsärzte. Große Defizite wurden bei mehr als der Hälfte der Flüchtlingskinder festgestellt, aber auch bei zahlreichen deutschen Kindern, insbesondere aus bildungsfernen Schichten.

Linnemann hatte mit Blick auf die bundesweit zu beobachtenden Deutsch-Defizite bei Kindern eine radikale Forderung aufgestellt. „Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen“, sagte der Vorsitzende der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. Er möchte Kinder mit fehlenden Deutsch-Kenntnissen in Vorschulen fördern.

Prien hielt dagegen. „Die Schule und die Teilnahme am Schulunterricht gehören zum Kernbereich von Integration.“ Deshalb müsse die Förderung etwa von Flüchtlingskindern wie in Schleswig-Holstein in Regelschulen stattfinden und zwar in DaZ-Klassen. „Dabei lernen die Kinder ohne Deutsch-Kenntnisse die Sprache in einem eigenen Klassenverband, sind dabei aber eben Teil der Schule und machen gemeinsam mit den deutschen Muttersprachlern Spiele und Sport und verbringen auch die Pausen miteinander.“

Schulpolitiker von CDU, Grünen, FDP und SPD lehnen Linnemanns Vorstoß ab, weil er Kinder mit Deutsch-Defiziten ausgrenze statt integriere. Die AfD sprach sich für die Wiedereinrichtung von Vorschulen aus.

Von Ulf B. Christen

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