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Schleswig-Holstein Der Dannebrog feiert 800. Geburtstag
Nachrichten Schleswig-Holstein Der Dannebrog feiert 800. Geburtstag
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16:00 03.06.2019
Von Ulrich Metschies
Ilse Hackländer, Sekretärin im dänischen Honorarkonsulat in Kiel, kennt beide Kulturen, die deutsche und die dänische. Quelle: Frank Peter
Kopenhagen/Kiel

Stellen Sie sich vor: Sie haben Geburtstag und finden ihren Frühstücksplatz mit der deutschen Flagge verziert vor. Auch vor dem Haus und auf dem Gabentisch strahlt es Schwarz-Rot-Gold. Hierzulande ist eine so mit Nationalstolz verwobene Form der Ehrbezeugung eher unüblich. Ganz anders in Dänemark. Unsere Nachbarn haben ein derart inniges Verhältnis zu ihrer Flagge, dass man schon von Liebe sprechen muss. "Der Dannebrog steht für Freude, Licht und Verbundenheit", sagt Ilse Hackländer, langjährige Sekretärin des dänischen Honorarkonsulats in Kiel.

Der Dannebrog gehört zu einer Feier wie die Torte

Heute gehört der Dannebrog zu Geburtstagen und anderen Feierlichkeiten wie der "lagkage", die Torte. Wer nicht selbst eine Flaggenstange im Garten stehen hat, flaggt den Eingang mit Papierfahnen. So weiß jeder Vorbeigehende: Hier wird Geburtstag oder ein anderes Fest gefeiert. Der Dannebrog schmückt den Kaffeetisch ebenso wie in Girlandenform den Weihnachtsbaum. Und wer sich an das genaue Datum von Kronprinz Frederiks Geburtstag nicht erinnern kann, wird daran am 26. Mai erinnert, wenn die Busse mit der dänischen Fahne geschmückt fahren. Im Grenzland südlich der deutsch-dänischen Grenze wird der Dannebrog auch von den Südschleswigern gehisst - neben der Flagge mit den beiden Schleswigschen Löwen.

Ilse Hackländer kennt beide Kulturen, die deutsche und die dänische. Geboren ist sie im südjütländischen Haderslev, doch schon Anfang der 70er-Jahre kam sie zum Geschichts- und Germanistik-Studium nach Kiel, wo sie dann letztlich auch hängenblieb - der Liebe wegen.

Der Dannebrog ist ein einigendes Symbol

Dass die Dänen ein so inniges Verhältnis zu ihrer Flagge haben, erklärt Ilse Hackländer vor allem mit der langen ungebrochenen Geschichte Dänemarks: "Wir haben eines der ältesten Königshäuser der Welt. Und in vielen Phasen unserer Geschichte ist der Dannebrog ganz bewusst als einigendes Symbol eingesetzt worden." So zum Beispiel in der Zeit vom deutsch-dänischen Krieg 1864 bis zur großen Volksabstimmung 1920. In dieser Zeit unter preußischer Herrschaft war das öffentliche Präsentieren des Dannebrog verboten. Doch die Dänen tricksten dieses Verbot aus: Man machte rechtzeitig zu Festtagen große Wäsche und hängte seine Flaggen-Bestände zum Trocknen über die Hecke. Auch während der nationalsozialistischen Besatzungszeit brachten die Dänen das rot-weiße Symbol ihres Nationalstolzes geschickt als politisches Statement zu Geltung.

Für dass Hissen gibt es viele Regeln

Wie der Dannebrog von Privatpersonen eingesetzt wird, dafür gibt es in Dänemark kein Gesetz, wohl aber eine ganze Reihe ungeschriebener Regeln. So darf die Flagge niemals im Dunkeln draußen hängen gelassen werden. Zwar darf der Dannebrogwimpel, der die halbe Länge des Fahnenmastes haben soll, Tag und Nacht vom Mast wehen, doch dann muss sichergestellt sein, dass die Fahne nachts angestrahlt wird. Weitere Vorgabe: Egal ob der Mast aus Holz ist oder aus Metall, eins muss er auf jeden Fall sein: weiß. Und natürlich darf die Flagge auf gar keinen Fall den Boden berühren. Das gilt zwar auch für andere Flaggen der Welt. "Aber wir", sagt Ilse Hackländer und lächelt dabei, "nehmen das wirklich sehr ernst."

Dass die Deutschen im Umgang mit ihrer Flagge nicht ganz so herzlich sind, dafür hat die Dänin angesichts der geschichtlichen Bürden natürlich Verständnis: "Aber einen etwas entspannteren Umgang mit der eigenen Fahne würde ich den Deutschen schon wünschen."

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