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Schleswig-Holstein E-Bon könnte die Lösung sein
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14:10 05.02.2020
Von Karen Schwenke
Papierlose Alternative zum ausgedruckten Beleg: der Online-Kassenbon. Quelle: pa/obs
Kiel

Die Pflicht zur Belegabgabe gilt seit 1. Januar zwar für jeden Gewerbetreibenden, der eine elektronische Registrierkasse einsetzt. Aber das Gesetz schreibt nicht die Abgabe eines Bons auf Papier vor. Auch elektronische Belege sind erlaubt.

Solche Systeme sind bereits im Einsatz und erfordern laut Landesfinanzministerin Monika Heinold (Grüne) nicht zwingend die Mitteilung von Kontaktdaten an den Händler. Vielmehr könnten die Belege dem Kunden beispielsweise auf Basis eines QR-Codes oder per Nahfeldkommunikation (NFC) angeboten werden. „Ich hätte mir gewünscht, dass die dreijährige Übergangsfrist genutzt worden wäre, um sich auf eine elektronische Bonausgabe einzurichten. Ich hoffe, dass es damit jetzt zügig vorangeht“, so Heinold.

Die Handelsgruppe Rewe ist nach eigener Aussage bundesweit der einzige Anbieter, der einen sogenannten E-Bon flächendeckend in seinen über 3000 Supermärkten anbietet. Rewe-Kunden können sich ihren Bon per Mail zusenden lassen, statt an den Kassen die ausgedruckte Version zu erhalten, erklärt Rewe-Sprecher Thomas Bonrath. Voraussetzung sei, dass der Kunde eine Payback-Karte besitze und ein Rewe-Kundenkonto. Dort muss er den Service zuvor freischalten.

Rewe rechnete mit 632 Tonnen Bon-Papier

Wie viele Kunden den digitalen Beleg bekommen, kann Bonrath nicht sagen. „Das System muss sich erst noch durchsetzen.“ Aber es könnte sich auf Dauer lohnen: Im Vorfeld der neuen Gesetzgebung rechnete Rewe mit einem zusätzlichen Verbrauch von 632 Tonnen Bon-Papier, aneinandergereiht seien das etwa 140.000 Kilometer Meter Bons.

Lesen Sie auch: Bonpflicht verärgert Kunden und Handel

Mit einer enormen Menge an zusätzlichem Bonpapier muss auch das Kieler Unternehmen Bartels-Langness (Bela) leben, wie Sprecherin Bärbel Hammer berichtet. In den knapp 60 Filialen der Steiskal-Bäckerei würden Kunden den Bon fast ausschließlich im Laden lassen. Und in den 88 Famila-Märkten der Handelsgruppe, in denen zuvor die Bons nur auf Kundenwunsch ausgedruckt wurden, habe sich das Aufkommen an Thermopapier-Ausdrucken seit Anfang des Jahres um 50 Prozent erhöht. Daher arbeite die Bela an einer digitalen Lösung. Die elektronische Bon-Ausgabe soll in Zusammenhang mit der Famila-App realisiert werden und noch im laufenden Jahr starten.

Bonpflicht: Es gibt auch Ausnahmen

Übrigens gibt es Ausnahmen von der Bonpflicht: Für Händler, die keine Registrierkasse einsetzen – beispielsweise auf Wochenmärkten. Hier kann noch eine mechanische Kasse zum Einsatz kommen oder eine einfache Geldkassette. Natürlich müssen auch diese Einnahmen ordnungsgemäß verbucht sein.

Für alle anderen mit elektronischer Registrierkasse gibt es zumindest die theoretische Möglichkeit, beim Finanzamt eine Befreiung von der Belegausgabepflicht zu beantragen. Die Kieler Eismanufaktur Giovanni L. hat nach eigener Auskunft eine Ausnahmegenehmigung erfolglos beantragt, ebenso die Kieler Bäckerei Wäger. Tatsächlich wurde in Schleswig-Holstein nach Angaben des Finanzministeriums bisher keine einzige Ausnahmegenehmigung erteilt.

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