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Schleswig-Holstein Bundesregierung: Extreme Sturmflut gefährdet Millionen Menschen
Nachrichten Schleswig-Holstein Bundesregierung: Extreme Sturmflut gefährdet Millionen Menschen
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16:11 03.08.2019
Es wird wegen des Klimawandels nicht unbedingt mehr Sturmfluten geben, aber schwerere. Quelle: dpa
Berlin/Osnabrück

Von einer extremen Sturmflut wären an den deutschen Küsten mehr als zwei Millionen Menschen betroffen. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Die Angaben beziehen sich auf seltene oder extreme Hochwasser, bei denen Schutzanlagen wie Deiche an ihre Grenzen kommen. Als selten gilt laut Bundesregierung ein Hochwasser, das alle 200 Jahre oder seltener auftreten könnte. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Sonnabend) hatte zuerst darüber berichtet.

Kommt es zu einer solchen Sturmflut, lebten allein in Niedersachsen 1,1 Millionen Menschen in möglicherweise betroffenen Überflutungsgebieten. Aber auch in den Stadtstaaten Bremen (513.259) und Hamburg (327.000) wären große Teile der Bevölkerung möglicherweise gefährdet. An der Nordseeküste Schleswig-Holsteins wären es 76.600 Menschen, an der Ostseeküste des Bundeslandes im Falle eines solchen Ereignisses 20.900. In Mecklenburg-Vorpommern wäre von 68.100 Betroffenen auszugehen, heißt es in der Antwort aus dem Umweltministerium.

Nicht mehr, aber schwerere Sturmfluten

Die Bundesregierung geht davon aus, dass es im Zuge des Klimawandels nicht häufiger zu Sturmfluten kommen wird. Allerdings würden diese aufgrund des insgesamt steigenden Meeresspiegels künftig wohl höher ausfallen.

Das Umweltministerium verweist in seiner Antwort auf den für September erwarteten Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) zur den Ozeanen und der Kryosphäre - das ist das gesamte Vorkommen gefrorenen Wassers auf der Erde. Im Anschluss an die Auswertung des Berichts werde zu beraten sein, „ob die durch den Bestand bereitgestellten Finanzmittel für Küstenschutzmaßnahmen der Länder zur Bewältigung der Folgen des Meeresspiegelanstiegs ausreichen“.

Der Küstenschutz ist Sache der Bundesländer. Der Sonderrahmenplan „Maßnahmen des Küstenschutzes in Folge des Klimawandels“ sieht derzeit vor, dass in den Jahren 2009 bis 2025 jährlich zusätzlich bis zu 25 Millionen Euro Bundesmittel zur Finanzierung vordringlicher Küstenschutzmaßnahmen bereitgestellt werden.

Von RND/epd

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