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Schleswig-Holstein Container lassen sich nur schwer bergen
Nachrichten Schleswig-Holstein Container lassen sich nur schwer bergen
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21:00 04.01.2019
Von Frank Behling
Mindestens 270 Container der "MSC Zoe" gingen in der Nordsee über Bord. Die Suche gestaltet sich schwierig. Quelle: Havariekommando
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Helgoland

Mit Hubschraubern, Flugzeugen und mehreren Schiffen wird nach den etwa 270 Containern gesucht. Wie das Havariekommando in Cuxhaven mitteilt, sei die Bergung der versunkenen Container schwierig.

Viele der Behälter sind inzwischen mit Wasser vollgelaufen oder haben sich stark verformt. Damit ist die Bergung kaum möglich.

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Treibende Autoreifen gesichtet

Weitere Container sind entweder bei der Havarie oder danach im Wasser aufgerissen oder zerquetsch worden. Dabei haben sich tonnenweise Ladung und Plastikfolien aus den Verpackungen im Meer ausgebreitet. Ein Suchschiff stieß beispielsweise auf ein Feld mit treibenden Autoreifen.

Die ins flache Wasser verdrifteten Container lassen sich ebenfalls kaum Bergen, da am Strand dafür ebenfalls die Krankapazitäten fehlen.

Bei den Gemeinden an der Küste ist deshalb Unruhe. „Die Bürgermeister sind natürlich sehr in Sorge. Wir haben vor diesen Szenarien ja immer gewarnt“, sagt Hans von Wecheln von der Schutzgemeinschaft deutscher Nordseeküste.

„Derartige Fälle haben wir seit 1994. Es ist meist immer das gleiche Problem mit dem Laschen der Container. Der Zeitdruck in der Schifffahrt ist einer der Gründe“, so von Wecheln weiter.

Wracksuchschiff "Wega" vor Ort

Dieser Fall zeige einmal mehr, dass auch eines der größten Containerschiffe der Welt nicht sicher vor Wellen ist. „Auf See muss man immer mit Verlusten rechnen. Deshalb sind Vorsicht und Respekt so wichtig“, so der Vertreter der Gemeinden.   

Für die Suche wird auch das mit spezieller Sonartechnik ausgestattete Wracksuchschiff "Wega" des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie aus Hamburg eingesetzt. Das Mehrzweckschiff "Neuwerk" koordiniert die an der Suche beteiligten Schiffe im Einsatzgebiet.

Die Strände von Borkum, Juist und Norderney wurden am Freitag auch abgesucht. Auf diesen Inseln sind Einsatzkräfte in Bereitschaft versetzt und Strandreinigungsgerät steht zum Einsatz bereit, da nach der Änderung der Windrichtung seit gestern die Trümmerfelder auch ostwärts in Richtung Elbmündung, Helgoland und Schleswig-Holstein treiben.

Auf Borkum wurden bereits Wrackteile angespült, die nun von den Einsatzkräften eingesammelt werden. Dabei handelte es sich laut Havariekommando um etwa 20 Flachbildschirme und Plastikverpackung.

Die 396 Meter lange "MSC Zoe" hatte insgesamt rund 8000 Container an Bord. Die meisten davon an Oberdeck. Dort standen auch, so wie vorgeschrieben, die Container mit Gefahrgut.

Ulrich Metschies 04.01.2019
Niklas Wieczorek 04.01.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 04.01.2019