Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein So stehen Schleswig-Holsteins Ärzte zur Biontech-Begrenzung
Nachrichten Schleswig-Holstein

Corona-Impfung: So stehen Schleswig-Holsteins Ärzte zur Biontech-Begrenzung

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:38 22.11.2021
Von Anne Holbach
Für die Auffrischimpfungen bei Über-30-Jährigen soll künftig vorrangig das Vakzin von Moderna (links) zum Einsatz kommen. Die Auslieferung von Biontech-Dosen (rechts) wird vom Bund gedeckelt.
Für die Auffrischimpfungen bei Über-30-Jährigen soll künftig vorrangig das Vakzin von Moderna (links) zum Einsatz kommen. Die Auslieferung von Biontech-Dosen (rechts) wird vom Bund gedeckelt. Quelle: Stefan Puchner
Anzeige
Kiel

Nur noch fünf Fläschchen Biontech-Impfstoff pro Praxis und Woche sollen Ärztinnen und Ärzte ab kommender Woche bestellen können, das reicht für bis zu 35 Impfungen. Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begründet die Begrenzung damit, dass sich die Biontech-Lager leeren und zugleich Moderna-Dosen zu verfallen drohen.

„Die Kontingentierung des Biontech-Impfstoffes ab dem 29. November bedingt, dass dieser Impfstoff dann vorwiegend für Jugendliche, Schwangere und Menschen unter 30 Jahren genutzt werden sollte“, sagt Nikolaus Schmidt von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH). „Die Menge könnte eventuell für die Jugendlichen-Impfungen zu klein sein“, warnt er.

Der Newsletter der Chefredaktion

Montags bis freitags erhalten Sie aktuelle Nachrichten aus Schleswig-Holstein und Einblicke in den Newsroom in Ihr Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Für Menschen, die jünger als 30 Jahre sind, ist das potenzielle Risiko für Herzmuskelentzündungen nach einer Moderna-Spritze leicht höher als bei Biontech. Für ältere Menschen seien beide Impfstoffe gleichwertig in Bezug auf Sicherheit und Wirkung, so Schmidt.

Corona-Impfungen: Land Schleswig-Holstein hat 90.000 Biontech-Dosen geordert und erwartet weniger

Das Land hat diese Woche 90.000 Dosen Biontech und 30.000 Dosen Moderna beim Bund bestellt. Eine Auftragsbestätigung lag laut Gesundheitsministerium allerdings noch nicht vor. Bei der Biontech-Order sei nicht davon auszugehen, dass die vollständige Menge komme, so ein Sprecher. Auf die Zahl der durchführbaren Booster-Impfungen werde das nur geringe Auswirkungen haben, da die meisten Menschen problemlos Moderna erhalten könnten. Weil für Auffrischungen hier nur die halbe Dosierung gebraucht wird, sind die Dosen zudem doppelt so ergiebig. 

„Das Problem ist, dass wir jetzt wieder in eine Mangelsituation geraten und langwierige Diskussionen mit den Leuten führen müssen, warum die einen Biontech und die anderen Moderna bekommen“, sagt Thomas Maurer vom Hausärzteverband.

Der Bevölkerung sei zuvor vermittelt worden, dass der Vorrat unbegrenzt sei, nun müsse zurückgerudert werden. „Damit erleben wir zum wiederholten Male, dass die politische Spitze weder die organisatorische noch die emotionale Seite der Prozesse ausreichend antizipiert“, so die KVSH.

Limitierung bringt Ärzte in Schwierigkeiten bei Organisation

„Die Politik haut uns damit einen Knüppel zwischen die Beine“, sagt Maurer. Die Limitierung sei für kleinere Praxen ein echtes Problem. „Aus einem Biontech-Fläschchen können wir sechs bis sieben Spritzen ziehen, bei Moderna sind es 20 Stück. Das heißt, ich brauche erst mal so viele Patientinnen und Patienten, um eine offene Flasche zu verimpfen. Habe ich einen Jugendlichen dazwischen, muss ich trotzdem ein Biontech-Fläschchen anbrechen.“ Er fürchtet, dass die aufwendiger werdende Planung für manche Praxis ein Grund sein könnte, nicht mehr zu impfen.

Maurer plädiert dafür, Biontech vorrangig an Praxen zu liefern, während Impfzentren und mobile Teams mit hohem Durchsatz an Personen sich auf Moderna konzentrieren sollten. Laut KVSH werden diese nicht bevorzugt beliefert.

16:28 Uhr
Zwischen Bullerbü und Staatskanzlei - Monika Heinold: Wie sie wurde, was sie ist
15:16 Uhr