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Schleswig-Holstein Coronavirus: Expertenrat empfiehlt Impfung gegen Pneumokokken
Nachrichten Schleswig-Holstein Coronavirus: Expertenrat empfiehlt Impfung gegen Pneumokokken
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16:06 02.03.2020
Von Christian Hiersemenzel
Eine Arzthelferin desinfiziert in einer Praxis ihre Hände. Wegen des neuartigen Coronavirus sind Desinfektionsmittel im Norden knapp. Quelle: Oliver Berg
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Kiel

"Es ist wichtig, den standardmäßigen Impfschutz zu haben", sagte Dr. Anne Marcic, die als Ärztin im Ministerium für Infektionsschutz zuständig ist. Das gelte insbesondere gegen Pneumokokken, die sich "auf eine virale Infektion draufsetzen" könnten.

Es handelt sich dabei um kugelförmige Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können. Auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten insbesondere Menschen ab dem 60. Lebensjahr die jährliche Grippeschutzimpfung, eine in der Regel einmalige Impfung gegen Pneumokokken sowie alle zehn Jahre eine Auffrischung gegen Diphtherie und Tetanus haben.

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Empfehlung nicht nur für Senioren

Eine Schutzimpfung gegen Pneumokokken sei jederzeit möglich, sagte Infektionsmedizinerin Marcic. Der Impfstoff sei vorhanden, die Schutzimpfung selbst müsse im Gegensatz zur saisonalen Influenza auch nicht jedes Jahr wiederholt werden. Ein besonderer Schutz sei nicht nur Senioren zu empfehlen, sondern auch so genannten Indikationsgruppen wie zum Beispiel Menschen, die unter Asthma leiden.

Irritationen über Verfügbarkeit des Impfstoffs

Ein Leser von KN-online wies am Montag auf eine Information seiner Hausarztpraxis hin, wonach der Impfstoff gegen Pneumokokken schon seit Januar nicht mehr verfügbar sein soll. Das allerdings dementierte die Pressestelle des Sozialministeriums. Nach Mitteilung des Apothekerverbandes sei für Pneumokokken-Impfstoff kein Lieferengpass bekannt. "Beim Großhandel ist sowohl für gesetzlich Versicherte wie für Privatpatienten Impfstoff bestellbar."

Apotheker sollen Desinfektionsmittel selbst mischen

Unterdessen hat Sozialminister Heiner Garg (FDP) die Kassenärztliche Vereinigung aufgerufen, vor dem Hintergrund knapper Ressourcen Schwerpunktpraxen in Verbindung mit Fahrdiensten aufzubauen. Betroffene, die potenziell an Corona erkrankt sein könnten, sollten möglichst vor dem Besuch einer Hausarztpraxis abgefangen werden, um dort das Ansteckungsrisiko zu verkleinern. Da in den vergangenen Tagen landesweit in vielen Geschäften Desinfektionsmittel ausverkauft waren, wurden Apotheker auf Rezepturen hingewiesen, um die Sprays und Lotionen selbst herzustellen.

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