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Schleswig-Holstein Corona-Ausbrüche an Bord: Nach Aida muss auch Tui Cruises eine Pause einlegen
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Corona auf Kreuzfahrtschiffen: Nach Aida auch "Mein Schiff 6" betroffen

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Von Frank Behling
Die "Mein Schiff 6" muss nach Corona-Fällen vorerst in Dubai bleiben.
Die "Mein Schiff 6" muss nach Corona-Fällen vorerst in Dubai bleiben. Quelle: Frank Behling
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Hamburg

Das Coronavirus sorgt auch im neuen Jahr bei Urlaubern für Planänderungen. Nach Marktführer Aida Cruises hat es nun auch Tui Cruises erwischt. Das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“ musste im Persischen Golf die Silvesterreise wegen Covid-19-Fällen vorläufig beenden. Am Wochenende hatte es bereits die „Aidanova“ in Lissabon getroffen.  

Die „Mein Schiff 6“ hatte am Freitag in Katar nicht festmachen dürfen, da es an Bord Corona-Fälle gab. Das Schiff kehrte dann nach Dubai zurück. An Bord sind laut Reederei 1961 Passagiere und 800 Crewmitglieder.

Alle Betroffenen wurden isoliert. Die infizierten Passagiere dürfen Dubai erst verlassen, wenn ihre PCR-Tests negativ sind. Sie werden in Hotels untergebracht.

 In Dubai liegen inzwischen acht Kreuzfahrtschiffe, drei davon haben Corona-Fälle an Bord. Darunter sind neben der „Mein Schiff 6“ auch die „Europa“ und die „Europa 2“ von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Diese beiden Schiffe hatte bereits nach dem Weihnachtsfest die Reisen abbrechen und Kurs auf Dubai nehmen müssen.

Ein Schiff kehrt nach Bremerhaven zurück

 Am Dienstag wird in Bremerhaven die „Amera“ von Phoenix Reisen erwartet. Das Schiff hatte eine Kreuzfahrt bei den Kanaren vorzeitig beendet, nachdem an Bord bei Tests Corona-Fälle erkannt wurden.

 Eigentlich hätte die Kreuzfahrt erst am 9. Januar in Bremerhaven enden sollen. Die „Amera“ wird jetzt ein paar Tage in Bremerhaven bleiben und dann auf den Neustart vorbereitet.

 An Bord der „Aidanova“ beginnt am Montag die Ausschiffung der knapp 3000 Passagiere. Das Schiff war von einem Corona-Ausbruch am 29. Dezember in Lissabon betroffen worden. Zunächst war von 40 infizierten Crewmitgliedern die Rede.

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 Am Sonntagabend gab die Hafenbehörde aber die Zahl von 62 infizierten Menschen an Bord bekannt. Nach der Ausschiffung der letzten Passagiere soll das Schiff noch in Lissabon bleiben. Bevor wieder Passagiere an Bord können, stehen umfassende Vorbereitungen an.

Impf- und Maskenpflicht für alle Passagiere

 Deshalb gab Aida am Sonntagabend bekannt, dass auch die nächsten Kanaren-Reisen des Schiffes ausfallen. Die Abfahrten bis zum 12. Januar werden gestrichen. Bis Mitte Januar soll die Crew wieder vollzählig und gesund sein.  

Bei Aida gilt eine strenge Maskenpflicht in allen Bereichen. An Bord kommen nur Passagiere mit vollem Impfschutz und einem PCR-Test vor Betreten des Schiffes. Diese 1G-Plus-Regel gilt inzwischen bei fast allen großen Reedereien.

Angesichts des Infektionsgeschehens an Land wird auch bei den Kreuzfahrten von weiteren Fällen in den nächsten Tagen ausgegangen. Der Betrieb der meisten Schiffe soll dennoch weitergehen, da alle Reedereien jetzt Notfallpläne für diese Ausbrüche haben.

So sind die Crews der Schiffe komplett geimpft. Auch Passagiere dürfen nur noch an Bord, wenn sie vollständig geimpft sind und einen PCR-Test machen. „Bei uns ist 1G-Plus Voraussetzung“, so ein Sprecher von Aida Cruises.

 Dies ist auch ein Grund, weshalb es trotz der vielen Infektionen auf Schiffen gegenwärtig kaum zu schweren Krankheitsverläufen von Passagieren und Crewmitgliedern kommt. Die Symptome seien nur leicht, hieß es etwa am Sonntag bei Aida Cruises.

US-Behörde rät von Kreuzfahrten ab

Die US-Seuchenbehörde CDC hat seit November Corona-Fälle auf 92 Kreuzfahrtschiffen gemeldet bekommen. Deshalb wurde die Warnstufe der CDC für Kreuzfahrten wieder auf rot gestellt. Die Behörde rät von Kreuzfahrten ab – auch für geimpfte Passagiere.

 Zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 hatte es in der ersten Welle auf mehr als 40 Kreuzfahrtschiffen fast 2000 Krankheitsfälle gegeben. 80 Passagiere starben an oder mit dem Virus.

 Der bekannteste Fall war die „Diamond Princess“ in Japan mit 712 infizierten Passagieren und Crewmitgliedern. Bei 14 Menschen auf diesem Schiff führte die Infektion zum Tod.

Christian Hiersemenzel 03.01.2022
KN-online (Kieler Nachrichten) 03.01.2022
Christian Hiersemenzel 03.01.2022