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Schleswig-Holstein Coronavirus: Das sind die Auswirkungen auf Osterbuchungen in Schleswig-Holstein
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09:41 07.03.2020
Die Sonne scheint durch den Leuchtturm Amrum. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild
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Westerland/Scharbeutz

Das neuartige Coronavirus hat bisher keine spürbaren Auswirkungen auf Buchungen über die Ostertage in den Urlaubsdestinationen Schleswig-Holsteins. „Die Buchungslage für Ostern ist in allen Regionen gut, teils sehr gut“, sagte die Sprecherin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Manuela Schütze. „Zurzeit ist nicht absehbar, inwiefern die Verbreitung des Coronavirus konkrete Auswirkungen auf das Reiseverhalten der schleswig-holsteinischen Gäste hat oder haben wird.“

Die Orte an der Lübecker Bucht sind über Ostern - vor allem in Scharbeutz und Grömitz - schon recht gut belegt, wie Doris Wilmer-Huperz von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht sagte. Die aktuelle Auslastung zeige sich ähnlich der des Vorjahres. „Das aktuelle Buchungsverhalten ist ein klein wenig verhaltener, was wir jedoch eher auf die Wetterlage als auf das Virus zurückführen würden“, sagte Wilmer-Huperz weiter.

Buchungsverhalten erwartungsgemäß

„Wir haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass - bis auf den längeren Sommerurlaub - Urlaube und vor allem Kurztrips immer kurzfristiger und vor allem auch in starker Abhängigkeit von Wettervorhersage und Wetterlage recht spontan gebucht werden.“ Daher sei das aktuelle, etwas verhaltenere Buchungsverhalten eher erwartungsgemäß.

Auf der Ostseeinsel Fehmarn ist die Buchungslage um Ostern sehr positiv. Für flexible Urlaubsgäste, aber auch für Spontanreisende sind noch Kapazitäten vorhanden. Tourismusdirektor Oliver Behncke von Fehmarn rechnet nach Angaben der TASH mit rund 25 000 Übernachtungsgästen auf der Insel.

Auf Föhr liegt die Auslastung aktuell bei einer Auslastung von rund 70 Prozent, was in etwa dem Vorjahr entspricht, wie Ann-Kathrin Meyerhof von der Föhr Tourismus GmbH sagt. „Wir rechnen noch mit weiteren Buchungen - natürlich in Abhängigkeit davon, wie sich das Coronavirus in den kommenden Wochen allgemein auf das Reiseverhalten der Deutschen im Inland auswirkt.“

Kein spürbarer Unterschied

Bislang haben sich auf Föhr Gäste nur sehr vereinzelt über Umbuchungs- beziehungsweise Stornierungsmöglichkeiten informiert. Einige Vermieter berichten demnach auch eher von positiven Auswirkungen des Virus: Das Ausland/größere Städte würden gemieden, stattdessen werde Urlaub auf Föhr gebucht.“ Allgemein werde zum aktuellen Zeitpunkt aber kein wirklich spürbarer Unterschied verzeichnet, sagte Meyerhof.

Die Touristiker auf Amrum freuen sich für das anstehende Osterfest über eine gute Buchungslage. „Zum aktuellen Zeitpunkt liegen wir noch unter dem Vorjahresniveau der tatsächlichen Osterbelegungen in 2019“, sagte Frank Timpe von der Amrum Touristik. Bis Ostern seien es aber ja auch noch „ein paar Tage hin“.

Derzeit finden Kurzentschlossene noch eine breite Auswahl an Unterkünften aller Kategorien. „Was wir nicht merken, ist eine besondere oder spürbare Entwicklung in Anbetracht vielleicht vorhandener Verunsicherungen durch den Coronavirus“, sagte Timpe. Es gebe einzelne prophylaktische Anfragen bei Vermietern, zu etwaigen Stornobedingungen im Fall der Fälle.

Hohe Auslastungen

Auf Sylt hat da neuartige Coronavirus nach Angaben der dortigen Touristiker ebenfalls noch keine Auswirkungen: „Bisher haben wir weder mehr Stornierungen noch mehr Buchungen auf Sylt wegen Corona.“

In Büsum liegt die Auslastung nach TASH-Angaben derzeit bei 75 Prozent. „Tendenziell erwarten die Touristiker vor Ort noch einige kurzfristige Buchungen. Büsum rechnet mit einer Auslastung, die sich zwischen 90 und 95 Prozent einpendeln wird.“

Auf Pellworm liegt die derzeitige Auslastung bei etwa 75 Prozent, in Friedrichstadt bei rund 80 Prozent.

In St. Peter-Ording liegt die Auslastung in allen Kategorien noch etwas hinter dem Vorjahresniveau. „Wir erwarten aber jetzt in der Hauptbuchungszeit, abhängig von der weiteren Wetterentwicklung und -Prognose sowie dem weiteren Verlauf der Coronainfektionen, eine weiterhin gute Nachfrage für die Osterzeit“, sagte eine Sprecherin der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording.

Daher rechneten sie auch in diesem Jahr mit einer ähnlich guten Auslastung wie 2019. „Die Ausbreitung des Coronavirus hat aus heutiger Sicht noch keinen signifikanten Einfluss auf unsere Auslastung.“

Osterzeit ein eher kurzfristiges Geschäft

Die Osterzeit sei generell ein eher kurzfristiges Geschäft „und lässt sich daher aus heutiger Sicht noch nicht abschließend bewerten“. Fälle, dass sich aufgrund der Corona-Situationen vermehrt über Stornierung- oder Umbuchungsmöglichkeiten erkundigt wurde, seien aktuell nicht bekannt.

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Von RND/dpa

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