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Schleswig-Holstein Auch Günther und Stegner wurden „gehackt“
Nachrichten Schleswig-Holstein Auch Günther und Stegner wurden „gehackt“
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07:21 05.01.2019
SPD-Landeschef Ralf Stegner (l.) und CDU-Ministerpräsident Daniel Günther 2017 bei einem Empfang. Jetzt wurden die beiden auch gemeinsam Opfer des bundesweiten Hacker-Angriffs auf Politiker-Daten. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel/Berlin

Vom bundesweiten Hacker-Angriff auf Politiker-Daten sind auch zahlreiche Politiker und Prominente aus Schleswig-Holstein betroffen. Die bekanntesten: CDU-Ministerpräsident Daniel Günther, SPD-Landeschef Ralf Stegner und Grünen-Bundeschef Robert Habeck.

Daniel Günther hat seine geleakten Handy- und Festnetz-Telefonnummern noch nicht geändert. Er sei immer sehr transparent damit umgegangen, habe auch lange im Telefonbuch gestanden und hoffe, dass alle, die die Nummern jetzt haben, sie auch nur in ganz wichtigen Fällen nutzen, sagt der MP. Seine Frau habe jedenfalls noch nicht von irgendwelchen Anrufen berichtet. Dass aber auch die Daten von Ortsvorsitzenden von Parteien und teilweise sogar von deren Ehefrauen sowie von anderen bekannten Bürgern veröffentlicht worden seien, sei „ein besorgniserregender Vorgang“.

Die LN berichten zum Thema

Hauptbetroffener: Robert Habeck stellt Strafanzeige

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Stegner: „Eine schwerwiegende Verletzung der Vertraulichkeit“

„Ich habe am Freitagmorgen davon erfahren“, sagt Stegner. Bei ihm seien offenbar Nachrichtenverläufe und Social-Media-Konten gehackt worden. Ob er die Veröffentlichung von Daten und Gesprächsverläufen fürchtet? „Schön wäre das nicht“, sagt Stegner. Es handle sich um eine wirklich schwerwiegende Verletzung der Vertraulichkeit. Der Sache müsse jetzt unbedingt nachgegangen werden. Möglicherweise sei der Angriff ja sogar aus dem Ausland gekommen. Es müssten jetzt zudem alle Vorkehrungen getroffen werden, um die Daten künftig möglichst gut zu schützen.

Auch viele Grünen-Politiker wurden Opfer der Attacke

Bei dem Angriff waren persönliche Daten und Dokumente von hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden. Betroffen seien „alle Ebenen“, Politiker aus dem Bundestag, dem Europaparlament und den Landtagen bis hin zu den Kommunen, sagt die stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, Martina Fietz. Es könnten auch gefälschte Daten in das Material eingeschleust worden sein. Auf den Listen stehen insgesamt die Namen von mehr als 20 Politikern aus Schleswig-Holstein, darunter neben Bundestagsabgeordneten auch Finanzministerin Monika Heinold und Umweltminister Jan Philipp Albrecht von den Grünen sowie Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben.

Der Grüne Landtagsabgeordnete Rasmus Andresen fordert wegen des Vorfalls auch den Landtag auf, seine IT-Sicherheit kritisch zu überprüfen. Der Ältestenrat des Parlaments müsse über Konsequenzen beraten. „Die Kommunikation von Abgeordneten muss vertraulich möglich sein. Sicherheitslücken müssen so gut wie möglich geschlossen werden“, sagt Andresen. Wer privateste Daten, die teilweise zum intimen Lebensbereich gehören, online stelle, wolle „die Betroffenen gezielt einschüchtern und verunsichern“.

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