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Schleswig-Holstein Wohl "Fraudsters"-Betreiber verhaftet
Nachrichten Schleswig-Holstein Wohl "Fraudsters"-Betreiber verhaftet
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08:00 05.07.2019
Von Niklas Wieczorek
Mit diesem Symbolbild kommunizierte das LKA Rheinland-Pfalz die Aktion gegen "Fraudsters". Quelle: LKA Rheinland-Pfalz
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Pinneberg/Uetersen

Einsatzkräfte verhafteten in Pinneberg den 34-jährigen technischen Leiter, bestätigte am Donnerstag das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Bis April konnten Nutzer bei "Fraudsters" einkaufen, dann wurde die Plattform stillgelegt. Das könnte auch an fehlenden technischen Kapazitäten für den weiteren Betrieb gelegen haben, vermuten die Ermittler.

Vielleicht habe es zudem Attacken konkurrierender Plattformen gegeben, so Jürgen Brauer von der Landeszentralstelle Cybercrime in Koblenz. Die Ermittlungen gegen die Hintermänner seien bereits Ende 2017 angelaufen, so das LKA. Am Mittwoch der Zugriff: Nach KN-online-Informationen verschafften sich die rheinland-pfälzischen Ermittler mit Unterstützung von regionalen Kräften aus Schleswig-Holstein Zugang zu Wohnungen von drei Beschuldigten in Uetersen. Außerdem wurde der genannte Administrator in Pinneberg verhaftet. Ein Polizeihubschrauber brachte ihn daraufhin eigens in die Landeshauptstadt Mainz. Beim Amtsgericht Koblenz wurde am Donnerstag der Haftbefehl gegen ihn durch einen Ermittlungsrichter bestätigt.

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"Fraudsters" galt als größte deutsche Plattform dieser Art

Die Vorwürfe gegen den 34-Jährigen lauten: Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Beihilfe in mehr als 1700 Fällen zu Drogenstraftaten, Datenhehlerei, Urkundenfälschung sowie Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz. Auch gegen den 44-jährigen, ebenfalls identifizierten Gründer des Forums aus Sachsen-Anhalt wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. "Fraudsters" galt als größte deutschsprachige Untergrundplattform, die bis zu 30.000 Nutzer hatte.

Neben den Einsätzen im Kreis Pinneberg gab es auch Durchsuchungen im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt). Laut Informationen dieser Redaktion ermittelten die Spezialisten auch einen ehemaligen Moderator und eine weitere beteiligte Person. Einer der Beschuldigten wurde allerdings nach Abschluss des Einsatzes wieder entlassen. Obwohl Staatsanwalt Brauer betonte, es gebe keine Hinweise auf den illegalen Handel mit Waffen über "Fraudsters", wurden nach KN-online-Informationen außerdem eine scharfe Schusswaffe sowie mehrere Schreckschusswaffen, hohe Bargeldbeträge und Drogen sichergestellt.

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