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Schleswig-Holstein Polizeischule Eutin hat zu wenig Lehrer
Nachrichten Schleswig-Holstein Polizeischule Eutin hat zu wenig Lehrer
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17:28 22.01.2019
Von Bastian Modrow
Foto: Die Polizeigewerkschaft äußert Kritik an der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PDAFB) in Eutin.
Die Polizeigewerkschaft äußert Kritik an der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PDAFB) in Eutin. Quelle: Frank Peter (Archiv)
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Eutin/Kiel

500 zusätzliche Polizisten sollen bis 2023 in Schleswig-Holstein auf Streife gehen. Die Landesregierung hat die Zahl der Auszubildenden auf 400 Frauen und Männer erhöht, um das Ziel zu erreichen. „Bedauerlicherweise ist die Zahl der Ausbilder und Fachlehrer aber nicht an den erhöhten Ausbildungsbedarf angepasst worden“, kritisiert DPolG-Landesvize Thomas Nommensen. Die Folge: Es gebe zu wenig Ausbilder für die Polizeipraxis. Fachlehrer für Rechtskunde müssten deutlich zu viele Polizeischüler unterrichten.

Gewerkschaft: Qualität der Ausbildung sinkt

„Tatsächlich beklagen die Ausbilder und Fachlehrer seit geraumer Zeit eine erhebliche Arbeitsüberlastung, welche sich neben hohem Stress zwangsläufig in sinkender Qualität der Ausbildung auswirkt“, so der Gewerkschafter. Laut DPolG würden bis zu 30 Prozent der Unterrichtsstunden in gleich mehreren Fächern ausfallen, weil ausreichend Personal und auch Unterrichtsräume fehlen würden. "Allein mit der Umbenennung der PDAFB in Polizeiakademie, wie es der Innenminster Hans-Joachim Grote plant, ist es nicht getan“, mahnt Nommensen. Das Land müsse sicherstellen, dass die Qualität der Ausbildung auf einem hohem Niveau gewährleistet werden kann. Nommensen: "Wir fordert Innenminister Grote daher auf, unverzüglich für angemessene und zeitgemäße Standards bei den Fachlehrern zu sorgen."

Innenminister weist Kritik zurück

Innenminister Hans-Jaochim Grote (CDU) weist die Vorhaltungen der Gewerkschaft zurück. Laut Grote seien 21 zusätzliche Ausbilder in der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin tätig, um dem erhöhten Ausbildungskapazitäten gerecht zu werden. Auch die Aussage der Gewerkschaft, dass bis zu 30 Prozent der eigentlich zwingend erforderlichen Unterrichtsstunden ausfielen, widersprach Grote: „Bei den beiden Ausbildungsgruppen des aktuellen Jahrganges wurden bislang rund 95 Prozent der Planstunden erteilt.“ Mangelnde Raumkapazitäten seien zuletzt durch Neubauten behoben worden.

Der Landesvorstand der DPolG bleibt trotz der Einlassungen des Ministers bei der Darstellung der vor ihr beschriebenen Probleme.

Heike Stüben 22.01.2019
Bastian Modrow 22.01.2019
22.01.2019