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Schleswig-Holstein Fernsehen über Antenne nur mit Neugeräten möglich
Nachrichten Schleswig-Holstein Fernsehen über Antenne nur mit Neugeräten möglich
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10:25 18.02.2017
Von Fatima Krumm
Jens Begehr zeigt, was der Zuschauer braucht. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Der Nachteil: Wer nicht rechtzeitig in die neue Technik investiert, guckt in die Röhre, sprich: auf einen schwarzen Bildschirm. DVB-T, das seit 2008 im gesamten Bundesgebiet zu empfangen ist und als Überallfernsehen gepriesen wurde, wird dann im Norden abgeschaltet.

 Wie viele Fernsehgeräte deshalb auf den Müll wandern, ist nicht bekannt. Experten schätzen aber, dass landesweit rund 200000 Haushalte einen neuen Receiver oder einen neuen Fernseher benötigen. In den Ballungsgebieten und der Region um Kiel dürfte der Anteil besonders hoch sein.

 „Betroffen sind alle, die über eine terrestrische Antenne Fernsehen empfangen“, erklärt Jens Begehr, Fernsehtechniker aus Kronshagen. „Dass DVB-T jetzt abgestellt wird, liegt an den Frequenzen, die für die Ausstrahlung benötigt werden. Der Nutzen für den Fernsehzuschauer liegt in der größeren Sendervielfalt und der besseren Bildqualität.“

 Doch das hat seinen Preis. Receiver, die den Empfang von DVB-T2 ermöglichen, sind zwar für etwa 40 Euro zu haben. Geräte mit mehr Funktionen kosten dagegen schnell das Dreifache. Die Alternative ist der Kauf eines neuen Fernsehers mit einem integrierten Receiver. Dabei sollten Verbraucher darauf achten, dass das Gerät für den deutschen Sendestandard geeignet ist.

 „Viele Kunden sind verunsichert“, bestätigt der Kieler Fernsehtechniker Andreas Schlömer, der durch die Umstellung mehr zu tun bekommen hat. Seit Wochen richtet er täglich Receiver bei Kunden zu Hause ein. Schlömer hat für den 29. März vorgesorgt. „Wir haben schon Notfall-Teams eingeteilt“, sagt er und ahnt schon jetzt: „An diesem Tag werden wir nur rausfahren und Geräte einstellen.“

 Wer weiter aufs Antennenfernsehen setzt, muss sich im Sommer auf eine zweite Umstellung einrichten. Ab 1. Juli fallen für DVB-T2-Kunden neben den Rundfunkgebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender auch Kosten für die Privaten wie RTL oder Sat1 an. Der Serviceprovider der Rundfunk- und Medienbranche Media Broadcast vertreibt über www.freenet.tv den Zugang zum Privatfernsehen. 70 Euro sind dafür ab Juli im Jahresabo pro Gerät zu zahlen. Haushalte mit mehreren Geräten oder Hotels werden entsprechend höher zur Kasse gebeten.

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