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Schleswig-Holstein SH schrammt an Hitzerekord vorbei
Nachrichten Schleswig-Holstein SH schrammt an Hitzerekord vorbei
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17:40 25.07.2019
Auch ohne Hitzerekord suchen Mensch und Tier in diesen Tagen Abkühlung im Wasser.  Quelle: Felix Kästle/dpa (Symbolfoto)
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Kiel/Hamburg

In Hamburg stiegen die Temperaturen Donnerstagnachmittag auf knapp über 35 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

In Lingen im Emsland wurde unterdessen der bisherige Hitzerekord in Deutschland eingestellt. Nach vorläufigen Messergebnissen des DWD wurde dort am Donnerstagnachmittag mit 41,5 Grad die höchste Temperatur seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen gemessen.

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Etwas weniger schwitzten die Menschen in Schleswig-Holstein. Hier lagen die Temperaturen am Nachmittag laut DWD zwischen 35,4 Grad in Itzehoe und 33,1 Grad im Nordseebad St. Peter-Ording. Deutlich kühler war es an der Ostseeküste. Wegen des Ostwindes stiegen die Werte in Hohwacht im Kreis Plön nur auf 28,4, auf Fehmarn 26,2 und in Kiel-Holtenau 31,8 Grad.

Hitzewelle: Am Sonntag kommt die Abkühlung

Damit blieben sie deutlich unter dem Temperaturrekord für Schleswig-Holstein aus dem Jahr 1992 gemessen. Damals betrug die Temperatur in Lübeck-Blankensee 38,0 Grad. Der Hamburger Temperaturrekord stammt ebenfalls aus dem Jahr 1992 und liegt bei 37,3 Grad. Die kommenden Tage soll es heiß bleiben, erst zum Sonntag werde eine kleine Abkühlung erwartet, teilte der DWD mit.

Andrang herrschte bei der Hitze vor Eisdielen und vor Schwimmbädern. Vor allen Bädern hätten sich Schlangen gebildet, sagte eine Mitarbeiterin von Bäderland in Hamburg. Die Wartezeit betrug teils 15 Minuten, und auf den Liegewiesen war alles voll.

An der Ostsee gab es überall rappelvolle Strände. Nach Angaben von Strandkorbvermietern gab es schon am Morgen keine Körbe mehr, weil viele Gäste sie bereits am Vorabend reserviert hatten.

Hitze im Büro: Arbeitgeber in der Pflicht

Die Hamburger Gesundheitsbehörde wies angesichts der hohen Temperaturen auf geeignete Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen hin. So rät die Behörde dazu, luftige, helle Kleidung zu tragen und Kopf und Gesicht vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Wichtig sei auch, genug zu trinken.

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Auch die Arbeitgeber seien bei Hitze in der Pflicht, teilte die Behörde mit. So soll der Arbeitgeber im Rahmen seiner allgemeinen Fürsorgepflicht passende Maßnahmen veranlassen, die die Belastung durch hohe Temperaturen verringern. Wenn möglich sollte schwere körperliche Arbeit in die frühen Morgenstunden oder gegebenenfalls in den Abend verschoben werden. Auch zusätzliche Kurzpausen von etwa 10 Minuten bringen laut Behörde Erholung.

Über die bundesweiten Temperaturen halten wir Sie im Hitze-Liveticker auf dem Laufenden. 

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlichte eine amtliche Warnung vor Hitze. Der Donnerstag sei bereits der dritte Tag, an dem eine starke Wärmebelastung herrsche. "Die Hitze wird alte und pflegebedürftige Menschen extrem belasten", hieß es.

Das sehen auch die Kliniken. In den Notaufnahmen in Lübeck und Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) würden derzeit vermehrt vor allem ältere Patienten mit Kreislaufproblemen behandelt, sagte UKSH-Sprecher Oliver Grieve am Donnerstag. Hinzu kämen Hitzeerschöpfung oder Flüssigkeitsmangel. In Lübeck sei auch ein Patient behandelt worden, der einen Sonnenstich erlitten habe.

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Klimaforscher: Hitzewellen werden häufiger

Auch in der Lübecker Sana Klinik ist die Zahl der Patienten in der Notaufnahme seit Beginn der Hitzeperiode spürbar gestiegen. Neben hitzebedingten Herz-Kreislauf-Beschwerden müssten auch vermehrt Menschen behandelt werden, die wegen körperlicher Beschwerden durch die Hitze gestürzt seien, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Hitzewellen wie momentan wird es nach Ansicht von Klimaforschern künftig häufiger in Deutschland geben. "Ob es immer neue Rekordwerte werden oder wir einfach häufiger an diese Rekordmarken herankommen, ist aber noch ein bisschen unklar", sagte die Direktorin des Climate Service Center Germany in Hamburg, Daniela Jacob, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Vorhersage der Entwicklung bei den Spitzenwerten sei schwierig und von Region zu Region unterschiedlich.

Von dpa

Niklas Wieczorek 25.07.2019
25.07.2019
25.07.2019
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