Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Zusammenleben von Dänen und Deutschen für Unesco-Liste nominiert
Nachrichten Schleswig-Holstein Zusammenleben von Dänen und Deutschen für Unesco-Liste nominiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:13 05.02.2019
Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) steht in Kopenhagen bei einem Besuch im Kulturministerium neben der dänischen Ministerin für Kultur, Mette Bock. Quelle: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
Kopenhagen/Kiel

Dänemark wünscht sich, dass das Zusammenleben von Dänen und Deutschen in der Grenzregion in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird. Kulturministerin Mette Bock kündigte am Dienstag an, das deutsch-dänische Grenzgebiet als Modell friedlicher Koexistenz für die Liste der Kulturorganisation der Vereinten Nationen zu nominieren.

100. Jahrestag der Grenzziehung

Dass über den Antrag im kommenden Jahr entschieden werden solle, könne angesichts des 100. Jahrestages der Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland zu keinem besseren Zeitpunkt kommen.

„Das dänisch-deutsche Grenzgebiet ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie auf beiden Seiten der Grenze eine friedliche Koexistenz von Minderheit und Mehrheit erreicht werden kann - und das trotz einer Geschichte mit Kriegen und Konflikten“, sagte Bock.

„Wenn wir in die Welt schauen, ist das ziemlich einzigartig.“ Das Beispiel könne anderen Orten als Musterbeispiel dienen.

Großartiger Erfolg

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte der dpa: „Es ist ein großartiger Erfolg, dass das Modell des Miteinanders von Minderheiten und Mehrheiten in unserer Grenzregion für die internationale Liste der Unesco nominiert wird.“

Er dankte Bock für die Unterstützung des gemeinsamen Antrags von dänischer und deutscher Minderheit und zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass „unser Minderheitenmodell anderen Regionen in der Welt als gutes Praxisbeispiel und Inspiration dienen kann“.

Der Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen sagte: „Gemeinsam mit unseren Partnern in Dänemark und den Organisationen der beiden Minderheiten können wir stolz sein auf das, was wir bisher erreicht haben.“

Immaterielles Kulturerbe

Die Organisationen der Minderheiten, die Sydslesvigsk Forening (SSF) und der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), hatten Anfang 2018 gemeinsam in Deutschland und Dänemark beantragt, das Zusammenleben von Mehrheiten und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen.

„Wir sind sehr dankbar, dass die dänische Regierung nun stellvertretend für beide Staaten den Vorschlag an die Unesco heranträgt“, sagte der SSF-Vorsitzende Jon Hardon Hansen. Nach Ansicht des BDN-Vorsitzenden Hinrich Jürgensen wäre dies „die Krönung für die Arbeit von Generationen, wenn unser Minderheitenmodell im Jubiläumsjahr 2020 diesen besonderen Status erlangt“.

Freundschaftsjahr 2020

Deutschland und Dänemark haben das Jahr 2020 zum „Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahr“ erklärt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte dazu kürzlich gesagt: „Die deutsch-dänischen Beziehungen waren nie besser als heute.“ 

Deutschland und Dänemark seien gute Nachbarn und das Verhältnis der Minderheiten beiderseits der Grenze vorbildlich.

Von RND/dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwei 19-Jährige sind vom Landgericht Flensburg wegen Steinwürfen auf fahrende Autos auf der A7 und der Bundesstraße 200 unter anderem wegen versuchten Mordes zu Jugendstrafen von sechs Jahren verurteilt worden.

05.02.2019

Bei den Finanzämtern in Schleswig-Holstein melden sich kaum noch reuige Steuersünder. Wie das Finanzministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, gingen 2018 noch neun Selbstanzeigen mit Bezug auf Kapitalanlagen ins Ausland ein. 2017 waren es 45, 2015 noch 262 und 2014 sogar 571.

05.02.2019

Ursprünglich wollte das Studierendenparlament (Stupa) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) am 4. Februar über die Einführung des landesweiten Semestertickets abstimmen. Weil es nach sechsstündiger Sitzung jedoch noch zu keiner finalen Abstimmung kam, musste die Sitzung vertagt werden.

Laura Treffenfeld 05.02.2019