Das Sturmtief hat die Pläne eines Nato-Verbandes durchkreuzt
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Schleswig-Holstein Sturm bringt Nato-Verband in die Ostsee
Nachrichten Schleswig-Holstein Sturm bringt Nato-Verband in die Ostsee
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09:36 16.02.2020
Von Frank Behling
Minenjäger "Grimsby" und "Bellis" des Nato-Minenabwehrverbandes 1 sind am Sonnabend kurzfristig durch den Kanal in die Ostsee eingelaufen.
Minenjäger "Grimsby" und "Bellis" des Nato-Minenabwehrverbandes 1 sind am Sonnabend kurzfristig durch den Kanal in die Ostsee eingelaufen. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Eigentlich wollten die Soldaten des ständigen Minenabwehrverbandes 1 der Nato in der nächsten Woche vor der niederländischen Küste nach alten Minen suchen. Der norwegische Kommandeur des Verbandes entschied sich am Wochenende aber angesichts des aufziehenden Sturmtiefs aber zum schnellen Wechsel in die Ostsee.

Am Sonnabend passierte der Verband von Zeebrügge in Belgien kommend den Nord-Ostsee-Kanal. Der von dem deutschen Tender „Donau“ angeführte Verband suchte sich danach zunächst einen geschützten Ankerplatz bei Damp in der Eckernförder Bucht.

Norweger hat das Kommando

Der Einsatzverband besteht derzeit aus den Minenjäger „Willemstad“ (Niederlande), „Grimsby“ (Großbritannien) und „Bellis“ (Belgien). Ein deutscher und ein norwegischer Minenjäger werden in Kürze den Verband in der Ostsee verstärken. 

Befehlshaber des Verbandes ist Commander Henning Knudsen Hauge von der norwegischen Marine. Sein Flaggschiff ist der deutsche Tender „Donau“ vom Unterstützungsgeschwader aus Kiel. 

Rund 200 Soldaten stehen unter Hauges Kommando. In der Ostsee stehen nächste Woche zunächst weitere Übungen auf dem Programm, bevor es dann zu Besuchen nach Dänemark und Norwegen geht.

Im vergangenen September hatte der damals von einem dänischen Offizier geführte Verband vor Fehmarn für Aufsehen gesorgt, als die Einheiten in dem vielbefahrenen Kiel-Ostsee-Weg mehrere Grundminen aus dem Zweiten Weltkrieg sprengten. Naturschützer sehen diese Sprengungen als eine Gefahr für Schweinswale.

Manöver auf der Ostsee starten

In diesem Frühjahr werden die Minenjäger überwiegend in der Ostsee zum Einsatz kommen, wo mehrere größere Manöver der Nato auf dem Programm stehen. Auch dabei werden wieder Seewege nach alten Minen und Wracks abgesucht.

Der belgische Minenjäger "Bellis" ist dabei besonders erfolgreich. An der Kommandobrücke hat die Besatzung 25 Minen-Symbole für gesprengte Minen aufgemalt.

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