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Schleswig-Holstein Das Wacken-Alphabet
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05:00 02.08.2018
Von Stephan Ures
Foto: Merle Neufeld findet: "Insgesamt ist Wacken friedlich." Sie ist Pressesprecherin der Polizeidirektion Itzehoe.
Merle Neufeld findet: "Insgesamt ist Wacken friedlich." Sie ist Pressesprecherin der Polizeidirektion Itzehoe. Quelle: Stephan Ures
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Wacken

Abfall.

Mit 600 Tonnen Müll wird gerechnet. Noch ein paar Zahlen: 45 Kilometer Bauzaun umschließen die Festivalstadt. 450 Duschen wurden aufgestellt. 1050 Mobiltoiletten, davon 200 privat reservierbare „Metal Mobile“-WCs. 5000 Mitarbeiter, davon 1800 Security und Ordner. Fast 200 Bands.

E-Sports.

In einem 1800 Quadratmeter großen Zelt hat das Unternehmen ESL (Electronic Sports League) rund 200 Daddel-Plätze eingerichtet. „Die ESL ist so eine Art Fifa für das Gaming“, also das elektronische Spielen, erklärt Vanessa, die in der Zockerhöhle die Teilnehmer einweisen soll. Unter anderem können Turniere in den beliebten Spielen „League of Legends“ und „Playerunknown’s Battlegrounds“ bestritten werden. Draußen knallt die Sonne, und in der ESL-Arena sieht es aus wie in einem Hotel in Las Vegas. Dunkel, überall blinkt und flimmert es. Aus den Boxen dröhnt, was sonst, Heavy Metal.

Gehörlose.

Taub und Metal-Musik? Da ließe sich gewiss eine geschmacklose Pointe einstreuen. Hier nicht. Erstmals beim W:O:A ist eine Gebärdendolmetscherin dabei: Laura M. Schwengber aus Berlin. Am Freitag begleitet sie die Auftritte der Bands Schandmaul, Wirtz und Da Rocka & Da Waitler. Absicht ist, „einen weiteren Schritt in Richtung bessere Inklusion zu gehen“, erklärt das Wacken-Management. Wer wissen will, wie „Fear Of The Dark“ von Iron Maiden oder „Du hast“ von Rammstein dann aussieht, kann sich das Video ansehen.

Kochen.

Metaller beherrschen nicht nur ihre Instrumente, manche können auch gut mit dem Schneebesen umgehen. Die „Kochschule Pinneberg“ hat einen Stand, an dem Bands vor Publikum ihre Lieblingsgerichte zubereiten. Gerade ist Sänger „Mutz“ (Moritz Hempel) von der Thrash-Metal-Band „Drone“ aus Celle da und packt den Eierkarton aus. Gekocht wird täglich um 11, 14 und 17 Uhr, erzählt Vivien Fenske vom Küchenstudio aus Pinneberg, das den Stand betreibt. Die Bands „Thundermother“, „Eskimo Cowboy“ und „Trollfest“ werden in Wacken auch noch die Töpfe schwingen. Und ein Youtubestar namens „Vegan Black Metal Chef“ (Clips ansehen! Mal was anderes als Tim Mälzer). „Meet and eat“ mit Bands gibt es auch, das kostet dann eine Teilnahmegebühr. „Alles, was wir einnehmen, spenden wir der Wacken Foundation“, erklärt Vivien Fenske.

Merchandising.

Noch verläuft es sich auf dem riesigen Festivalgelände von fast drei Quadratkilometern. Nur am Stand von „Schädelwear“ stehen die Kunden schon in Vierer-Reihen. Da gibt es die Original-Wacken-Memorabilia. Auf den ersten Blick sieht es nicht so aus, als ob es den Kunden daran fehlte, aber wer ein „Wacken 2017“-Shirt trägt, braucht natürlich auch eines von 2018. Kostenpunkt: 20 bis 25 Euro.

Polizei.

Rund 300 Beamte sind, auf die Festivaltage verteilt, vor Ort: Kripo, Schutzpolizei, Zivile. „Insgesamt ist Wacken friedlich“, sagt Merle Neufeld, Pressesprecherin der Polizeidirektion Itzehoe, in deren Zuständigkeit der Ort Wacken fällt. „Heavy-Metal-Fans sind eher entspannt.“ Die Polizei präsentiert sich hier „zum Anfassen“, mancher Beamter wird schon mal in den Arm genommen. Neufeld ist gern beim W:O:A: „Das ist ein ganz positiver Einsatz.“

T-Shirts.

Slayer, Megadeath, Slipknot, Volbeat – ganze Kleiderständer voller Metal-Geschichte. Dazu Totenköpfe, Flammen, Fäuste, gefletschte Zähne. Um die 15 bis 18 Euro.Verkäuferin Andrea aus Münster ist zum elften Mal in Wacken. Sie betreibt den Stand für ihren Freund Nino. „Hier bin ich immer wieder gern“, sagt sie, die viele Festivals in Europa kennt. „Das ist wie eine große Familie. Herrlich ehrliche Menschen.“ Gut verkaufen sich dieses Jahr Hüte, als Sonnenschutz. Und Kutten gehen immer.

Zeltplatzordnung.

So wüst die Bands auch klingen mögen, auf dem Campinggelände gelten strenge Regeln. Die würden jeder Ferienanlage an der Ostsee oder im Schwarzwald Ehre machen, einschließlich solcher Formulierungen wie „bei Zuwiderhandlung“ und „Ingebrauchnahme der zugewiesenen Standfläche“. Eher Wacken-spezifisch: Shirts von Bands mit rechtsradikalem Hintergrund sind verboten. Auch untersagt (die nerven sogar Metal Heads): Vuvuzelas. Und Wunderkerzen.