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15:11 13.01.2020
Von Jördis Merle Früchtenicht
Kein Busverkehr am Dienstag, 14. Januar 2020, in Kiel: Die Busse der KVG werden wegen eines Warnstreiks im Depot bleiben. Quelle: Frank Peter
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Kiel/Neumünster

Rund 1500 Beschäftigte sollen ihre Arbeit niederlegen, teilte Verdi mit. Das hat auch Konsequenzen für die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs. „Wir gehen davon aus, dass der Betrieb weitestgehend eingestellt wird“, erklärt Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky.

Busse der KVG fahren nicht in Kiel

Die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) rechnet damit, dass in Kiel am Dienstag, 14. Januar 2020, von Dienstbeginn bis Dienstschluss kein Bus durch die Landeshauptstadt fahren wird. Auch die Nachtlinien seien betroffen.

Lesen Sie auch: So klimafreundlich ist die Buslinie der KVG

Für Fahrgäste, die vom Ost- zum Westufer der Förde und umgekehrt fahren müssen, seien die SFK-Fähren eine Alternative. Die Schwentinelinie verkehre im 30-Minuten-Takt.

Alternativen an dem Tag sind in Kiel Clevershuttle, die von 7 Uhr bis Mitternacht mit erhöhter Fahrzeugzahl im Einsatz sein wollen und nun auch Kronshagen bedienen, sowie die Taxis. Auch können Betroffene auf den öffentlichen Fahrradverleih Sprottenflotte zurückgreifen.

Warnstreik legt Stadtverkehr in Neumünster lahm

Auch die Stadtwerke Neumünster (SWN) erwarten, dass der komplette Stadtverkehr von Betriebsbeginn bis Betriebsende am Dienstag ausfällt.

Auf der SWN-Webseite werde über aktuelle Entwicklungen informiert. Einen Ersatzverkehr wird es weder in Kiel noch Neumünster geben.

Autokraft und Verkehrsbetriebe Kreis Plön sind nicht betroffen

Die Buslinien der Autokraft – das sind im Kieler Raum die 500er und 900er Linien – und der Verkehrsbetriebe Kreis Plön sind laut SWN und KVG nicht vom Streik betroffen.

Verdi: Verhandlungen nach 45 Minuten beendet

Verdi Nord fordert in den laufenden Tarifverhandlungen im Bereich TV-N eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,06 Euro pro Stunde ab dem 1. Januar 2020 – das entspricht 349 Euro pro Monat. Bei der zweiten Verhandlungsrunde am Donnerstag wurden die Gespräche mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) nach Angaben von Verdi bereits nach 45 Minuten beendet.

Die Arbeitgeberseite sei nicht imstande gewesen, ihr Angebot mit Erhöhungen von 1,8 Prozent und 1,3 Prozent ab 2021 nachzubessern. „Das Angebot war grottenschlecht. Es bot keine ernsthafte Verhandlungsgrundlage“, so Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky.

„Wir orientieren uns beim Angebot an den üblichen Parametern, das ist hier die Inflationsrate“, erklärt Wilfried Kley, Verbandsgeschäftsführer des KAV. Die 1,8 Prozent und 1,3 Prozent würden sogar darüber liegen. Der von Verdi geforderte Festbetrag entspreche einer Erhöhung von 14 Prozent in der untersten Entgeltgruppe. „Das ist abstrus hoch. So haben wir ein Problem, in gute Verhandlungen reinzukommen.“

Arbeitgeberverband spricht von Doppelbelastung

In den kommenden Monaten sei zudem eine Doppelbelastung erkennbar, da der Manteltarifvertrag von Verdi zum 30. Juni gekündigt worden sei. „Der eine Vertrag hat mit dem anderen nichts zu tun“, sagt Schischefsky. Bei den momentanen Verhandlungen gehe es um Lohn und Gehälter.

Kley sieht in der Forderung nach einem Festbetrag über alle Entgeltgruppen hinweg eine weitere Schwierigkeit: „Dadurch erhalten die unteren Entgeldgruppen prozentual mehr Geld als die oberen.“ Dies habe man in der Vergangenheit bereits mehrfach gemacht. „Das geht nicht jedes Mal.“ So würden die Berufe mit längerer Ausbildung oder mehr Hintergrundwissen im Vergleich unattraktiver.

„Natürlich profitieren die unteren Gruppen durch die Festbeträge stärker“, argumentiert Schischefsky. „Es geht genau darum, die Menschen zu stärken, die am nächsten am Fahrgast sind.“ Es stehe den Unternehmen frei, die oberen Entgeldgruppen auch über dem Tarifvertrag zu bezahlen. Verdi und KAV wollen die Verhandlungen am 15. Januar fortsetzen.

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