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Schleswig-Holstein Dat richtige Krüütz för Platt
Nachrichten Schleswig-Holstein Dat richtige Krüütz för Platt
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12:00 19.04.2017
Quelle: dpa
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Kloor: Bi dat „Bündnis für den Norden“ ut SPD, de Grönen un SSW steiht Plattdüütsch in’t Wahlprogramm groot mit binn. De SPD is Füer un Flamm för de Sprakenveelfalt in Sleswig-Holsteen un will düt „Alleinstellungsmerkmal – so wie im Handlungsplan Sprachenpolitik festgehalten – fördern und nutzen.“ Dat, wat nu all an de 29 „Modellschulen Niederdeutsch“ in’t Land lopen deit, „werden wir auf weiterführende Schulen ausweiten“, verspreekt se in ehr Wahlprogramm.  Un nich blots in’e Bildung wüllt se de Regionolspraak fördern.: „Wir werden dafür sorgen, dass die schleswig-holsteinische Sprachenvielfalt noch stärker im öffentlichen Raum bemerkbar wird.“ Dorto höört för de SPD vör allen Dingen ok de Medien.

„Minderheiten- und Regionalsprachen machen unser Land bunt“, verklookfidelt uns ok de Grönen. Se wüllt de Minnerheiten- un Regionolspraken nich blots schützen, de Spraken schüllt dörch „Sprachunterrichtsangebote in den Schulen und Kitas aktiv gelebt werden.“ Mit den „Handlungsplan Sprachenpolitik“ hebbt se sik tosamen mit de SPD un den SSW in’e verleden veer Johr ganz besünners för de Spraken Däänsch, Freesch, Roma „und unsere Regionalsprache Niederdeutsch“ insett. Un dat schall ok so in Tokunft blieven.

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Eens sünd sik dor de beiden Parteien natürli ok mit ehrn lüerlütten Koalitionspartner, den SSW. Minnerheiten sünd vun Natur ut een Thema bi de Partei, de dat blots bi uns in’t Land geven deit: „Die kulturelle Vielfalt ist ein besonderes Pfund, mit dem Schleswig-Holstein wuchern kann . . . An wenigen Stellen in Europa werden vier Sprachen (Deutsch, Dänisch, Friesisch und Romanes) und zwei Regionalsprachen (Niederdeutsch und Sønderjydsk) nebeneinander gesprochen. Der SSW verkörpert dieses Miteinander auf Augenhöhe und die gegenseitige Bereicherung der Kulturen und Sprachen in unserem Land.“ Un dorüm hebbt se een Ziel bit 2022: „Wir wollen unsere Minderheiten- und Regionalsprachen weiter stärken.“

„Anpacken“ will ok de CDU, wenn dat üm’e plattdüütsche Spraak geiht: „Neben der dänischen Sprache gehören Friesisch und Niederdeutsch zur Sprachenvielfalt Schleswig-Holsteins.“ Een Grund, worüm se ok „das Erlernen der Minderheitensprachen und des Niederdeutschen in unseren Kindergärten und Schulen weiter fördern“ wüllt. De CDU fordert bavento mehr Platt in’e öffentlich-rechtlichen Medien.

De FDP, de jo „Das Beste für Schleswig-Holstein“ will, is in een Satz dörch mit Plattdüütsch: „Wir werden den Erhalt der niederdeutschen Sprache auf verschiedenen Ebenen unterstützen.“ Wat dat genau ween schall, seggt se lever nich to. 

Viegelliensch warrd dat bi de Linke. De wüllt jo dat Land verännern – so steiht dat op ehr Programm. Blots verstahn kann een de Forderungen vun’e Partei in Saken Regional- un Minnerheitenspraken nich. Se wünscht sik nämli „eine „Integration der Mehrheit“ in die Vielfalt von Kulturen im Bildungsbereich, von Kindergärten, Schulen und Hochschulen sowie im Arbeitsleben“. In’t Papeer steiht ok: „Die Inhalte, die der schleswig-holsteinischen Vielfalt von Kulturen umfänglich gerecht werden, sollen zum verpflichtenden Standard erklärt werden.“

Wat bi de Linke vigelliensch is, is bi de AfD verkehrt. Se sünd jo to’n eersten Mol bi de Lanndagswohl in Sleswig-Holsteen mit dorbi is – dorüm schient se  dat mit de veelen verscheden Spraken in uns Land wull noch nich so recht to begriepen. Sünst würrn se wull nich vun Dialekte schnacken.  Se schrievt nämli: „Die AfD unterstützt den Schutz und die Wertschätzung der deutschen Sprache – inklusive der Dialekte – als verbindendes Kulturgut unseres Volkes. Daher begrüßt die AfD die Förderung des Niederdeutschen im Schulunterricht.“

De Piraten un de annern fief Parteien, de noch op’n Wahlzeddel staht, hebbt mit Plattdüütsch nix an‘ Hoot. Wenn een dor in’t Wahlprogramm den Suchbegriff „Niederdeutsch“ oder „Plattdeutsch“ oder „Regionalsprache“ ingeven deit, denn kümmt blots: „Ausdruck nicht gefunden“.

Christian Hiersemenzel 19.04.2017
19.04.2017
Heike Stüben 13.07.2017