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Schleswig-Holstein Zu wenig Hundestrände im Land?
Nachrichten Schleswig-Holstein Zu wenig Hundestrände im Land?
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20:55 09.08.2018
Von Bastian Modrow
Bei den heißen Temperaturen genießt Safra das Bad in der Kieler Förde, um sich abzukühlen. Quelle: Sven Janssen
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Kiel

"Wir hören immer wieder, dass sich Tiere in Falckenstein verletzen – sich auf rutschigen Steinen die Pfoten verknacksen oder an scharfen Kanten schneiden", sagt Elisabeth Haase, Leiterin des Kieler Tierheims. Ihrer Ansicht nach habe nicht nur Kiel nichts für Hunde zu bieten, auch in anderen Regionen Schleswig-Holsteins gebe es akuten Nachholbedarf. Dringend müssten Hundestrände ausgewiesen werden, die für Mensch und Tier attraktiv seien und kein erhöhtes Verletzungsrisiko bergen würden. Eckernförde, Grömitz und Scharbeutz seien positive Beispiele. "Hundebesitzer sind keine Strandbesucher zweiter Klasse", sagt Haase. Das gelte für Einheimische, die von den Kommunen steuerlich für den Besitz eines Vierbeiners zur Kasse gebeten werden, ebenso wie für Feriengäste.

Tatsächlich reist mittlerweile jeder zehnte Urlauber mit Tier in den Norden. "Und wir merken, dass immer mehr Menschen ihren Hund in den Urlaub mitnehmen möchten, worauf sich viele Unterkünfte bereits eingestellt haben", sagt Astrid Hansen von der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash). Längst werben Hotels damit, auch Rahmenprogramme für vierbeinige Gäste anzubieten. Allerdings: Nicht jeder Urlauber mag Hunde, entsprechend müssen Kompromisse gefunden werden. "Ausgewiesene Hundestrände sind so ein Kompromiss", betont Hansen. Meist seien diese "ein wenig abseits vom Hauptstrand gelegen".

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Hundebesitzer fühlen sich deshalb häufig an den Rand gedrängt. In Kiel-Falckenstein müssen sie mit einem steinigen Abschnitt vorliebnehmen. "Die Landeshauptstadt Kiel hat leider nicht so viele Strandflächen. Unsere wenigen innerstädtischen Strände nach Nutzerinteressen gerecht aufzuteilen, ist daher ein kleines Kunststück", erklärt dazu Sprecherin Annette Wiese-Krukowska. Sie betont, dass auch der Naturschutz zu beachten sei und sich dadurch die Palette der Möglichkeiten verkleinere. "Wir kommen Hundebesitzern so weit wie möglich entgegen und haben den Bereich in Falckenstein vor drei Jahren nochmal erweitert, müssen aber auch die Interessen der Menschen ohne Hund im Blick haben."

Das Ostseebad Damp ist so gesehen eine Ausnahme: Hier dürfen Bello und Co. am Südstrand in schönster maritimer Kulisse herumtollen. Sogar Duschen können Frauchen und Herrchen nutzen, um ihren Hunden den Sand aus dem Fell zu waschen. "Wir haben ganz bewusst nicht die letzte Ecke gewählt, weil über die Jahre immer mehr Gäste angefragt haben, ob sie ihre Tiere mitbringen können", sagt Lars Freynhagen vom Ostsee-Resort Damp. Er spricht von einem klaren Standortvorteil, die Hundefreundlichkeit habe sich herumgesprochen. Längst dürfen Hunde mit in die Lokale.