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Schleswig-Holstein Der Prozess wird zum Marathon
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09:00 18.12.2018
Von Thomas Geyer
Der 48 Jahre alte Angeklagte (vorn) sitzt beim Auftakt des Mordprozesses im Schwurgerichtssaal neben seinem Anwalt Jonas Hennig. Der Mann soll am 1. November 2017 in Schackendorf mit seiner Frau in Streit geraten und im Beisein des Sohnes in Rage auf sie eingeschlagen haben, bis sie starb. Danach meldete er die 34-Jährige aus Schackendorf bei der Polizei als vermisst. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Der Prozess gegen den wegen Mordes angeklagten Volker L. (48), der bei einem Spaziergang in der Feldmark seine Ehefrau Nadine (34) erschlagen haben soll, zieht sich in die Länge. Am Montag verhandelte das Gericht bis in den frühen Abend. Ein Ende der Beweisaufnahme ist erst in mehreren Monaten zu erwarten. Die Prozessbeteiligten stimmten weitere Fortsetzungstermine bis Anfang April 2019 ab.

Aussagen immer wieder hinterfragt

Die Verzögerung ergibt sich auch aus der engagierten Verteidigung. Doch nicht nur Rechtsanwalt Jonas Hennig treibt die Zeugenvernehmungen durch beharrliches Nachfragen in die Länge. Auch die Kammer, die Staatsanwältin und der Anwalt der Mutter des Opfers achten auf jede Nuance. Immer wieder werden Aussagen hinterfragt, die von früheren Angaben bei der Polizei abweichen. Gleichzeitig offenbart die Gründlichkeit des Indizienprozesses die ganze Breite der Kriminaltechnik. Ob der Defibrillator des Angeklagten in der Tatnacht eine erhöhte Pulsfrequenz und damit den Hinweis auf körperliche Anstrengung dokumentiert, ist nur ein Gutachter-Thema von vielen. Ein anderes ist der ominöse Fingerabdruck eines polnischen Straftäters auf der Tatwaffe, einem Zaunpfahl.

Tatspuren an den Fingern?

Minutiös arbeitet das Gericht die Vergangenheit des Angeklagten auf: die seit 20 Jahren drückenden Schulden, die unzähligen Umzüge, die Vorstrafen wegen nicht gezahlten Kindesunterhalts, Diebstahls, Betrugs und Unterschlagung. Als Volker L. in der Tatnacht vor einem Geldautomaten steht, hält die Überwachungskamera fest, wie er Finger und Nägel beider Hände genau kontrolliert. Auf Tatspuren? „Viele Menschen gucken sich ab und zu ihre Hände an“, sagt der Verteidiger.

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