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Schleswig-Holstein Rocker-Affäre: Gericht untersagt "Spiegel"-Behauptungen
Nachrichten Schleswig-Holstein

Der "Spiegel" muss Aussagen über KN-Berichte zur Rocker-Affäre unterlassen

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11:20 26.11.2020
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Das Landgericht Hamburg hat dem "Spiegel" untersagt, drei wesentliche Behauptungen über die KN-Berichterstattung zur Rocker-Affäre zu wiederholen. Quelle: Matthias Hoenig/dpa / Ulf Dahl
Kiel

Wie berichtet, hatte das Magazin in seiner gedruckten Ausgabe vom 10. Oktober 2020 und auf Spiegel.de den Vorwurf erhoben, die Kieler Nachrichten hätten falsche Informationen in die Welt gesetzt. Drei wesentliche Behauptungen des Artikels darf der „Spiegel“ nun nicht mehr wiederholen.

Der "Spiegel" hatte von Fake News gesprochen

Dabei geht es zum einen um die Aussage, es handele sich um eine „Fake-News-Affäre“ der Kieler Nachrichten – eine entsprechende Überschrift war in der Online-Ausgabe des „Spiegel“ erschienen. Weiter hatten die Autoren des Beitrags geschrieben: „Mitten in der Coronakrise läuft an der Förde eine Schlammschlacht, die zu großen Teilen auf Fake News beruht.“ Auch diese Behauptung muss unterlassen werden. Schließlich hatte es in dem besagten Artikel geheißen: „Die Kieler Nachrichten holen aus, fabulieren von einem ,Netzwerk der Polizeiführer’ und nehmen die drei ranghöchsten Polizisten des Landes ins Visier.“ Auch hier entschied das Gericht, dass diese Aussage unzulässig ist.

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Die KN verteidigten ihre Recherchen

Die KN hatten wegen des diskreditierenden Artikels einen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gestellt. Zur Begründung hatte unsere Zeitung unter anderem angeführt, dass der Bericht des vom Innenministerium eingesetzten Sonderermittlers unsere Recherchen zum „Netzwerk der Polizeiführer“ im Wesentlichen bestätigt hatte.

Lesen Sie auch: Vorwürfe im Spiegel zur Rocker-Affäre - Das sagen die Kieler Nachrichten

Hohes Ordnungsgeld bei Zuwiderhandlung

Der „Spiegel“ habe suggeriert, die KN hätten bewusst Falschmeldungen verbreitet, tatsächlich aber seien die Berichte korrekt recherchiert gewesen, hieß es im Antrag unserer Zeitung. Handelt der „Spiegel“ dem Verbot zuwider, kann ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro verhängt werden.

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