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Schleswig-Holstein Schulterschluss gegen Landflucht
Nachrichten Schleswig-Holstein Schulterschluss gegen Landflucht
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14:06 07.02.2017
Von Heike Stüben
Landleben in Schleswig-Holstein: „Das hier ist die Rushhour in Löptin“, sagt diese Mutter mit einem Schmunzeln. „Mehr passiert hier heute nicht.“ Quelle: Ulf Dahl
Schwentinental/Kiel

Dänemark und Schleswig-Holstein sind sich einig: Das „platte Land“ wird auf beiden Seiten der Grenze oft als „Problemregion“ gesehen – sozial, aber auch ökonomisch. Gemeinden veröden, Schulen werden ebenso geschlossen wie Landgasthöfe, Post, Bank und die letzten Geschäfte. „Die ländlichen Räume laufen leer, die Daseinsfürsorge wird immer schwieriger“, sagt Volker Ratje von der Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön. „In dem Projekt suchen wir nach konkreten Auswegen. Wir wollen wieder Wachstum auf dem Land erzeugen.“

Das Markenzeichen des Projekts: Es setzt bei den Bedürfnissen der Bürger an. Beispiel Arbeitskräfte: Arbeitsplätze auf dem Land werden von jungen Leuten vorwiegend als unattraktiv empfunden. Die Folgen sind bereits spürbar. So finden etwa Pflegedienste immer schwerer Fachkräfte. „Um das zu ändern, müssen wir erst einmal wissen, was die Menschen von einem Arbeitgeber erwarten, damit sie doch dort arbeiten würden. Genau das wollen wir jetzt in einer Befragung herausbekommen“, erklärt Christian Kliesow von der Wirtschaftsförderungsagentur.

Ansätze sind bereits da

Obwohl der offizielle Startschuss erst jetzt fiel, haben die Schleswig-Holsteiner in Dänemark schon interessante Ansätze ausgemacht. In Kalundborg bringt etwa eine Messe, die zu einem Drittel von Unternehmen vor Ort finanziert wird, Absolventen und Arbeitgeber zusammen. Und es gibt ein enges Netzwerk von Arbeitsmarktakteuren: So weiß jeder, wo gerade welcher Arbeitnehmer gesucht wird.

„In der deutsch-dänischen Region haben wir verschiedene Kulturen auf engstem Raum. Sicher lassen sich die Lösungen dort nicht eins zu eins übertragen. Aber man muss voneinander lernen und kann daraus Neues entwickeln“, sagt Dr. Reinhold Stauß vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume LLUR in Flintbek. Er hält das Projekt schon deshalb für einmalig, weil die Akteure auf beiden Seiten wissenschaftlich begleitet werden.

„Am Ende sollen ein grenzüberschreitendes Netzwerk und eine Datenbank stehen. Sie soll über das Projekt hinaus das gesammelte Wissen für Entwicklung im ländlichen Raum bereitstellen“, kündigt Prof. Marco Hardimann von der Fachhochschule Kiel an. Dort sollen alle Akteure Informationen zu den Handlungsfeldern abrufen können, die in dem Projekt beackert werden: Das sind neben Fachkräftegewinnung und umweltfreundlicher Wärmeversorgung auch die Mobilität, der Breitbandausbau, der Tourismus, die Förderung lokaler Akteure und lokaler Nahrungsmittel.

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