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Schleswig-Holstein Die Auswirkungen der Hitze im Norden
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10:31 03.08.2018
Von Alev Doğan
Die Aufnahme des Satelliten Sentinel 2 zeigt das Umland um Kiel am 29.07.2018.  Quelle: Copernicus Sentinel/ESA/dpa
Washington/Kiel

In diesem Jahr ist auch Schleswig-Holstein von außergewöhnlicher Wärme und Trockenheit betroffen. Bereits jetzt hat es in Kiel mehr als doppelt so viele Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad gegeben wie in ganz 2017.

„Das ist ein weiteres Mosaikstück, das sich einreiht in viele Extreme wie Hitzetage, Tropennächte, Extremniederschläge, weniger Frost und steigender Meeresspiegel“, sagte der Kieler Klimaforscher Mojib Latif unserer Zeitung mit Blick auf die vergangenen Jahre. Seit 1993 sei der Meeresspiegel global um acht Zentimeter gestiegen – das gelte auch für die Nordsee.

Eisdicke nimmt ab

Der Bericht verdeutlicht die Klimatrends eines sich insgesamt aufwärmenden Planeten: Die Konzentration an Treibhausgasen stieg 2017 auf neue Höchstwerte. Die Fläche des in der Arktis im September 2017 gemessenen Eises auf dem Meer war ein Viertel kleiner als im langjährigen Durchschnitt. Auch die Eisdicke nimmt immer mehr ab: Zehn der niedrigsten Werte wurden in den vergangenen elf Jahren gemessen.

In der gesamten Ostsee gab es in diesem Sommer laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Spitzenwerte: Mit durchschnittlich 20 Grad Wassertemperatur sei der Juli-Mittelwert von 1990 bis 2018 um 2,8 Grad übertroffen worden.

Erde werde sich weiter aufwärmen

Drastische Folgen haben die gestiegenen Temperaturen für die Landwirtschaft. Gestern veröffentliche Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Trockenheit. Nach Ansicht von Latif muss sich die Gesellschaft an diese Wetter-Extreme gewöhnen – mehr noch: „Ich fürchte, das ist erst der Anfang“, warnte Latif. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass sich die Lage in den nächsten zehn Jahren wieder stabilisiert.“ Die Erde werde sich immer weiter aufwärmen.

Der renommierte Klimaforscher appellierte an die Bundesregierung, „glaubwürdige“ Klimapolitik zu betreiben, und kritisierte, dass Deutschland die selbstgesteckten Ziele nicht erreiche. „Bis 2020 soll der Treibgasausstoß um 40 Prozent gesenkt werden – dieses Ziel wird die Bundesregierung krachend verfehlen.“ Die Politik müsse die Energie-, Agrar- und Verkehrswende durchsetzen. Dann erst ließen sich auf internationaler Ebene Abkommen zum Klimawandel verhandeln.

Ein Rennradfahrer ist bei einem Unfall in Siek (Kreis Stormarn) tödlich verunglückt. Der 57 Jahre alte Hamburger sei am Donnerstagabend ein Auto gefahren, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Wagen hatte nach einem Wildunfall mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf der Straße gestanden.

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