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Schleswig-Holstein Fehlende Lokführer: So ist die Situation in Schleswig-Holstein
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20:05 17.02.2020
Von Bastian Modrow
Früher ein Traumberuf, heute ein Job mit Nachwuchsproblemen: Lokführer bei der Deutschen Bahn. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa (Symbolfoto)
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Kiel

Früher war es der Traumberuf vieler Jungen, heute interessiert er offenbar nicht einmal mehr Erwachsene: „Im Jahresdurchschnitt standen 100 offenen Stellen nur noch 25 als arbeitssuchend gemeldete Lokführer gegenüber“, sagte am Montag der Geschäftsführer von Allianz pro Schiene, Dirk Flege, in Berlin. „Ein Jahr zuvor lag das Verhältnis noch bei 100 zu 28.“ Damit sei die Quote schlechter als bei Altenpflegern und Klempnern.

Die Bahn wirbt auch in anderen Bereichen massiv um neues Personal. 25.000 neue Beschäftigte sollen 2020 bundesweit eingestellt werden, davon allein 4650 in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Neben den 330 zusätzlichen Lokführern will die Bahn 460 Fahrdienstleiter und 800 Fahrweg-Instandhalter neu unter Vertrag nehmen. Gründe für die Einstellungsoffensive sind die Fluktuation aus Altersgründen sowie hohe Investitionen in das Verkehrsmittel und seine Infrastruktur, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler.

Warum es offenbar so schwer ist, geeignetes Personal zu finden, ist unklar. An der Bezahlung könne es nicht liegen, sagt Birger Wolter vom Fahrgastverband Pro Bahn in Hamburg. Ein Lokführer verdient zwischen 38.000 und 45.000 Euro pro Jahr, ein Busfahrer bis zu 28.000 Euro. „Mutmaßlich scheitern viele Bewerber an den hohen technischen Anforderungen eines Lokführers“, so Wolter.

Lesen Sie auch: Bastian Modrow kommentiert den Mangel an Lokführern

Diese Auswirkungen hat der Lokführer-Mangel in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein war die Lokführer-Not 2019 zeitweise so groß, dass die Bahn einzelne Verbindungen frühmorgens oder spätabends streichen musste. Wie hoch der Anteil der ausgefallenen Regionalzüge im Gesamtjahr war, kann der Nahverkehrsverband Nah.SH nicht beziffern. Laut Jahresbilanz rollten die Züge mit 90,95 Prozent aber angeblich wieder pünktlicher als noch 2018 (86,65 Prozent).

Die Bahn will ihre Fahrgastzahlen bis 2030 nahezu verdoppeln. Allein seit Jahresbeginn hat die Zahl spürbar zugenommen: „In den ersten vier Wochen 2020 stieg die Zahl der Reisenden von 11 auf 12,2 Millionen, also um 10,7 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres“, sagte Bahnchef Richard Lutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das ist zum einen das Ergebnis der Mehrwertsteuersenkung auf Fernverkehrsfahrkarten. Zum anderen spüren die Reisenden, dass wir massiv in neue Züge und zusätzliches Personal investieren.“

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