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Schleswig-Holstein Karin Prien will CDU-Vize werden
Nachrichten Schleswig-Holstein Karin Prien will CDU-Vize werden
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08:00 17.11.2018
Von Christian Hiersemenzel
Ministerpräsident Daniel Günther holt Karin Prien 2017 als Ministerin nach Schleswig-Holstein. Sie gilt heute als Kronprinzessin. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Neumünster

90 Prozent könnten für Günther drin sein. Vor fast genau zwei Jahren hatte er auf einem Landesparteitag am selben Ort gerade mal 81,3 Prozent Zustimmung erhalten.

Damals galt dieses Ergebnis als akzeptabel. Kurz zuvor hatte der vormalige Parteichef Ingbert Liebing aufgrund des anhaltenden Umfragetiefs das Handtuch geworfen und entnervt Fraktionschef Günther das Steuer überlassen. Die Union war in bewegter See. Dass sich die Wogen schnell glätteten, lag daran, dass Günther das Blatt wenden konnte. Er entmachtete im Mai 2017 die SPD, gründete mit FDP und Grünen eine bislang geräuschlos arbeitende Jamaika-Koalition und gilt bei den Bürgern als beliebt.

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Prien wäre Kronprinzessin

„Politische Karrieren in Schleswig-Holstein können jäh enden“, unkt ein Parteifreund aus dem Kreis Pinneberg. Allerdings sind auch dort die Skeptiker verstummt. Umso aufmerksamer betrachtet man die zweite Personalie – Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (60) tritt nicht wieder an. Welche Absichten Karin Prien verfolgt, gilt in der Union als offenes Geheimnis: Es geht um Karriere. Bei einem Wechsel des Ministerpräsidenten nach Berlin wäre sie als Nachfolgerin erste Wahl – Kronprinzessin sozusagen.

Unterstützung für Annegret Kramp-Karrenbauer

Politisch passt zwischen sie und Günther kein Blatt Papier. Im Sommer hatte Prien überregional für die „Union der Mitte“ und den gesellschaftspolitischen Kurs der Kanzlerin geworben. Aktuell unterstützt sie offensiv die Bewerbung von Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (intern AKK genannt) zur Bundesvorsitzenden.

Susanne Färber 16.11.2018
16.11.2018