Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Neue Maßstäbe an Gewalt
Nachrichten Schleswig-Holstein Neue Maßstäbe an Gewalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 29.12.2017
Von Bastian Modrow
Randalierer im Hamburger Schanzenviertel vor brennenden Barrikaden: Während des G20-Gipfels wurde die Stadt von schweren Krawallen erschüttert. Quelle: Markus Scholz
Kiel

Die Bilder fliegender Pflastersteine, brennender Autos und geplünderter Geschäfte gingen um die Welt – in das Gedächtnis führender Polizeiverantwortlicher aus Schleswig-Holstein, die den G-20-Gipfel begleiteten, haben sich die Ereignisse eingebrannt.

Joachim Gutt hat in 46 Dienstjahren bei der Landespolizei viele heikle Einsätze bewältigt. Brutalität gegen Polizeibeamte kennt der 62-Jährige zur Genüge. Und doch sagt er über G20: „Mit dieser orbitanten Masse und Qualität der Gewalt hat der Einsatz leider neue Maßstäbe gesetzt.“ Gutt spricht von gezielter Propaganda gegen Einsatzkräfte: „Die linke kriminelle Szene hat versucht, die Polizisten zu entmenschlichen.“ Für die Randalierer und Gewalttäter seien die Beamten die Speerspitze des verhassten Staats gewesen, für viele Hamburger so etwas wie Helden.

Marc Meiritz wird noch immer mit den Konsequenzen aus G20 konfrontiert. Der 54-Jährige war als Polizeiseelsorger aus Schleswig-Holstein gemeinsam mit 50 Amtskollegen aus ganz Deutschland im Einsatzgebiet unterwegs. „Mir hat G20 persönliche Grenzen aufgezeigt“, sagt Meiritz. Bis heute führe er Gespräche mit Betroffenen. Der Gesprächsbedarf vieler Kollegen sei noch immer hoch. Es gebe ältere, die derart „apokalyptische Situationen“ nicht wieder erleben möchten. „Jüngere beschäftigen sich stark mit der Frage, was sie in den nächsten 30, 40 Arbeitsjahren noch erwarten wird.“

Auch Torsten Gronau, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), zieht seine Bilanz: Radikale hätten von Anfang an die Absicht gehabt, den Protest friedlicher Menschen in einer Gewaltorgie eskalieren zu lassen. „Der brutale Mob, der plündernd und brandschatzend durch Hamburg zog, bestand aber nicht nur aus politischen Straftätern, sondern auch aus ,normalen’ Menschen, die einfach Lust hatten, ihre Gewaltfantasien auszuleben.

Die Polizei stand aber auch selbst in der Kritik, Demonstranten hatten Übergriffe von Einsatzkräften beklagt. Dass die Hamburger Polizei federführend gegen Beamte ermittelt, lobt Landespolizei-Chef Gutt: „Wir haben uns im Rahmen des Rechts zu bewegen. Stellt sich jemand außerhalb des Gesetzes, muss er oder sie die Konsequenzen tragen.“

Emma und Finn (Fynn) sind die beliebtesten Vornamen in Schleswig-Holstein. Das ergab eine Auswertung von rund 27 Prozent der Geburtsmeldungen im Jahr 2017 durch den Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg bei Hamburg.

29.12.2017

Im Kieler Norden und Altenholz blickten am Donnerstag viele Menschen mit Verwunderung zum Himmel. In 4000 Metern Höhe schwebte mit extrem langsamer Geschwindigkeit ein großer Airbus mit dem Rufzeichen D-ALPA. Das Besondere: Die Beschriftung der seit August insolventen Fluglinie "Air Berlin".

Frank Behling 28.12.2017

Bei einem Unfall ist ein Autofahrer am Donnerstag mit seinem Wagen in Pinneberg in der Mühlenau gelandet. Das Auto war zunächst abseits der Straße mit einem Baum kollidiert und anschließend in den Fluss geraten, wie die Feuerwehr mitteilte.

28.12.2017