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Schleswig-Holstein Scharfe Kritik an VW-Rabattaktion
Nachrichten Schleswig-Holstein Scharfe Kritik an VW-Rabattaktion
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08:00 19.10.2018
Von Bastian Modrow
Mitarbeiter arbeiten an einer Fertigungsstrecke im Volkswagen-Werk. Quelle: Rainer Jensen
Kiel

Volkswagen kündigte an, dass Modelle aller Hersteller zurückgenommen werden und im Gegenzug der Kauf eines Neuwagens oder jungen Gebrauchtfahrzeugs mit einem Preisnachlass unterstützt wird. Konzern-Vertriebschef Christian Dahlheim spricht von einem "signifikanten Beitrag" zur Verbesserung der Luftqualität.

Der Konzern kündigte an, bei VW Nachlässe bis zu 8000 Euro, bei Audi bis zu 10.000 Euro zu gewähren. Wer einen Euro-4- oder Euro-5-Diesel in Zahlung gibt und aus einer der 14 von Fahrverboten bedrohten Städte wie Kiel stammt, soll zusätzlich zum Restwert des Fahrzeugs eine "Wechselprämie" zwischen 500 und 700 Euro bekommen.

"Das Abwrackprogramm erinnert mehr an eine Abverkaufshilfe für Jahres- und Neuwagen", bemängelt Ulf Evert vom ADAC. Viele Autofahrer würden kein neues Fahrzeug wollen: "Sie möchten nur das haben, was ihnen beim Kauf vom Hersteller versprochen worden ist." Jan-Nikolas Sontag, Landesgeschäftsführer des Kraftfahrzeuggewerbe-Verbandes, rät Autofahrern, genau zu prüfen, ob ein Neukauf trotz Nachlasses finanziell überhaupt sinnvoll sei. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, kritisierte ein "irres Verständnis von Langlebigkeit"und sprach angesichts der geplanten Rabatte von "Einwegautos", die nur noch für die Geltungsdauer einer Abgasnorm hielten.

Im schleswig-holsteinischen Landtag sind die Meinungen geteilt. CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp spricht von einem "ersten guten Schritt" und einem Zeichen, dass sich VW mitverantwortlich fühle. Kai Vogel (SPD) bezeichnet die VW-Prämie als Konjunkturprogramm für den Konzern, das allein finanzkräftige Autofahrer unterstütze. "Besitzer älterer Fahrzeuge fahren diese meist nicht aus Leidenschaft, sondern weil sie sich ein neueres Auto nicht leisten können", mahnt Vogel und spricht von einer drohenden "Zweiklassengesellschaft an Dieselfahrern". Auch Grünen-Politiker Andreas Tietze sagt, das Programm sei sozial nicht ausgewogen. Außerdem sei es günstiger, bestehende Autos nachzurüsten. Christopher Vogt (FDP) spricht von einer "PR-Maßnahme, um das eigene Image zu säubern und den Neuwagenabsatz anzukurbeln". Durch die Aktion werde eher Vertrauen zerstört als zurückgewonnen.

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