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Schleswig-Holstein Diskussion über teure Polizeieinsätze
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13:09 23.02.2018
Von Christian Hiersemenzel
September 2017 im Holsteinstadion in Kiel - Holstein Kiel spielte in einem sogenannten "Risiko-Spiel" gegen den FC St. Pauli Hamburg: Die Polizei führt einen Platzstürmer ab. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Nach Angaben des Innenministeriums werden alle 17 Heimspiele dieser Saison polizeilich begleitet. Bei fünf bis sieben Spielen schätzt man das Risiko durch Fan-Randale allerdings erhöht ein. Als besonders brenzlig galten bislang die Partien gegen Braunschweig, Dresden und den FC St. Pauli.

Landespolizeisprecher Torge Stelck kalkulierte ß beispielhaft mit 400 operativen Einsatzkräften und einer Netto-Dienstzeit von zehn Stunden. „Letztendlich entstehen Kosten in Höhe von 131000 Euro“, was sich pro Saison auf bis zu 917000 Euro summiere.

Das OVG Bremen hatte Mittwoch eine Gebührenforderung des Bremer Senats an die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei Risikospielen für rechtens erklärt. Exemplarisch hatte sich die Hansestadt das Nordderby Werder Bremen gegen HSV im April 2015 gegriffen und für die Mehrkosten 425000 Euro berechnet.

Die CDU-Unions-Landtagsfraktion bewertet das Thema als problematisch. „Sollen wir Holstein noch einen Einsatz an der Bergstraße berechnen?“, fragte der Abgeordnete Tim Brockmann. Katharina Wagner-Bockey (SPD) hat grundsätzliche Bedenken. „Es kann doch nicht sein, dass die Qualität der öffentlichen Sicherheit um ein Stadion herum von der Finanzkraft der Vereine abhängt.“

Während FDP-Fraktionschef Christopher Vogt eine Kostenbeteiligung der DFL rigoros ablehnte, wies Rasmus Andresen (Grüne) darauf hin, dass Fußballvereine ökonomisch stark von öffentlicher Infrastruktur profitierten. Eine Kostenbeteiligung wäre folgerichtig. Claus Schaffer (AfD) sprach von einer „milliardenschweren Industrie, die sich ihre Events mit immer mehr Aufwand durch staatliche Institutionen schützen lässt“.

Das Management von Holstein Kiel gibt sich gelassen. Sprecher Wolf Paarmann: „Derzeit sehen wir keinen Handlungsbedarf.“

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