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Schleswig-Holstein Seeadler: Qualvoller Tod durch Gift
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16:45 07.07.2015
Von Heike Stüben
Die Seeadlerfamilie, die im Juni tot an und in einem Horst in Dithmarschen entdeckt wurde, ist Opfer eines Giftanschlags geworden. Quelle: Uwe Peterson/dpa
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St. Michaelisdonn

Der Verdacht hat sich bestätigt: Die Seeadlerfamilie, die im Juni tot an und in einem Horst in Dithmarschen entdeckt wurde, ist Opfer eines Giftanschlags geworden. Der WWF hat 5000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zum Täter führen.

Zunächst hatten der Jagdpächter und ein Vogelschützer im Revier Frested bei St. Michaelisdonn das verendete Männchen in der Feldmark gefunden. Im Horst schien mindestens ein toter Jungvogel zu liegen. Als dieses Junge ein paar Tage später geborgen werden sollte, fand man zwei tote Junge im Horst - und ein offenbar präpariertes Ferkelbein. Das tote Seeadler-Männchen wurde von der Polizei zur Untersuchung an die Kieler Universität gebracht. Dieses Ergebnis liegt nach Angaben der Polizei noch nicht vor. Die drei anderen Seeadler wurden von der Projektgruppe Seeadlerschutz zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung geschickt. Am Toxikologischen Institut der Universitätsmedizin Göttingen wurde in allen drei Fällen in Kropf und Magen das Pflanzenschutzmittel Mevinphos nachgewiesen. Die Untersuchungsberichte geben als eindeutige Todesursache Mevinphos an. Und sie zeigen: Es muss ein langer und qualvoller Todeskampf für die streng geschützten Tiere gewesen sein. 

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Mevinphos ist in keinem Land der Europäischen Union zugelassen. Eine versehentliche Vergiftung der Seeadler kann deshalb ausgeschlossen werden, betont man im Umweltministerium. „Seeadler stehen unter strengem Artenschutz. Es handelt sich hier offenbar um einen kriminellen Verstoß gegen das Naturschutzrecht. Es ist bereits Strafanzeige gestellt worden. Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen ermittelt werden“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

„Mevinphos ist schon aus anderen Wildtier-Vergiftungsfällen bekannt. Damit hat sich unser Verdacht bestätigt, dass es sich in Frestedt um eine illegale Greifvogelvergiftung handelt“, erklärte Bernd Struwe-Juhl, Geschäftsführer der Projektgruppe Seeadlerschutz. Dort hat man Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. „Bislang gibt es aber keinen konkreten Tatverdacht. Die Polizei ermittelt noch in alle Richtungen“, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Dreessen von der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Bei der Polizei vor Ort hieß es, dass unter anderem in Richtung Windkraft ermittelt werde: „In dem Gebiet sollen Windkraftanlagen errichtet werden, und bekanntlich kann ein Seeadlerhorst im Drei-Kilometer-Radius solche Vorhaben ausbremsen“, erklärte ein Polizist. 

Beim WWF will man die Ermittlungen nun mit einer Belohnung vorantreiben: 5000 Euro wurden ausgesetzt, um Hinweise auf den oder die mutmaßlichen Täter zu erhalten. „Wir hoffen, dass die Belohnung hilft, diese Tat aufzuklären. Schon allzu oft sind die Täter solcher gezielter Giftanschläge ungeschoren davongekommen“, erklärte Thomas Neumann vom WWF. Es gehe immerhin um Straftaten, die mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden können. Wer Hinweise geben kann, soll sich an die nächste Polizeidienststelle wenden. 

Laut Umweltministerium wurden mit dem jüngsten Fall in den letzten Jahren mindestens 13 Seeadler mit dem Verdacht auf Vergiftung aufgefunden und auf Gift untersucht. Acht Vögel wurden mit Mevinphos, einer mit Carbofuran und einer mit Parathion (E 605) vergiftet. Alle diese Pflanzenschutzmittel sind in der EU mittlerweile verboten. In Dithmarschen sind damit in diesem Jahr bereits fünf Seeadler vergiftet worden. 

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