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Schleswig-Holstein Die Kunst, einen Stein zu werfen
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20:05 18.08.2019
Von Jürgen Küppers
Den Stein am besten locker aus der Hüfte und im richtigen Winkel ins Wasser werfen: Mit brillanter Technik holte Manuel Stumpf (30) aus Zapfendorf (Oberfranken) zwar schon im ersten Versuch sieben Punkte. Für den Titel im Ziel-Ditschen reichte es am Ende aber nicht. Quelle: Frank Peter
Damp

Zu vergeben waren Weltmeistertitel in zwei Disziplinen: „Meister der Genauigkeit“ und „Meister der tausend Sprünge“. Sportlich bewegen mussten sich die rund 70 Teilnehmer im Wettkampf aber nur wenig, dafür ihre Steine entweder zielsicher oder möglichst oft übers Wasser hüpfen lassen.

Auf die Idee zur mittlerweile vierten WM im Steine-Ditschen kam die Tourismus-Agentur „Ostseefjord Schlei“. Mit einem offiziellen Wettkampf hat das Geschicklichkeitsturnier trotz des bedeutungsvoll klingenden Namens allerdings nichts zu tun. 

„Die meisten Urlauber ditschen halt gerne am Strand. Und weil es unseres Wissens in Deutschland keine Ditsch-Meisterschaft gibt, haben wir eben so eine veranstaltet – mit einem Augenzwinkern natürlich“, erklärt die Marketing-Chefin der Tourismus-Agentur, Andrea Simons.

Die Suche nach dem perfekten Stein

Jörg Petersen jedenfalls hat sich bestens für seinen Wettkampf präpariert. Die Sporttasche quillt fast über vor flachen Steinen, die er an den Ostseestränden der Region gesammelt hat. Im vergangenen Jahr schrammte der 33-Jährige zwar im Finale nur knapp am Weltmeistertitel im Ziel-Ditschen vorbei, trägt statt „Meister der Genauigkeit“ dafür nun einen Titel, den er sich selbst verlieh – und aufs blaue Trikot drucken ließ: „Dr. Stone“. 

Gleich nebenan prüft der amtierende Zielwurf-Weltmeister Jörg Peters seine Wettkampfgeräte. Denn Beschaffenheit und Gewicht seiner Steine seien entscheidend. „Sind sie zu leicht, segeln sie nach oben weg. Sind sie zu schwer, ditschen sie nicht.“ 

Der 48-Jährige hat einen Wettbewerbsvorteil: Er versteht was von Flugeigenschaften. Schließlich ist er bei der Luftwaffe und am Stützpunkt in Jagel seit fast 13 Jahren als Flugzeugtechniker im Einsatz. 

Dann legt sich der amtierende Weltmeister die Steine für die ersten Zielwürfe auf zwei rund 15 Meter vom Strand entfernt dümpelnden Blechplatten auf schwimmenden Plastikohren zurecht. Und wie wünscht man sich in der Ditscher-Szene viel Erfolg zur Titelverteidigung? Peters überlegt kurz und grinst: „Am besten: Immer eine Handbreit Wasser unterm Stein.“

Am Ende flitschen die Steine aus Kanada am besten

Genau das hat Jörg Peters an diesem Vormittag nicht. Seine Steine hopsen zwar wie aufgeschreckte Frösche auf dem Wasser hin und her aber nicht ins Ziel – und bringen ihren Werfer damit nicht ins Finale. Ob es am aufkommenden Wind lag, an den Kräuselwellen oder an den falschen Steinen – der Flugexperte hat keine Erklärung dafür. „Macht nix, jetzt hab ich umso mehr Steine fürs nächste Jahr.“

Auch dessen Kontrahent macht seinem Namen auf dem T-Shirt an diesem Vormittag keine Ehre. „Dr. Stone“ patzt ebenfalls, knallt vor Wut sogar einen Stein direkt auf die Blechplatte, statt ihn vorher laut Regelwerk mindestens einmal ditschen zu lassen. „Ich hab’s ja geahnt“, stöhnt Jörg Petersen und tut so, als würde er sich tatsächlich ärgern: „Ich hätte mehr trainieren sollen.“

Mehr Glück im Regen hat Dirk Reeps aus Osterby bei Eckernförde, der mit fünf Würfen acht Punkte erzielt – jeweils einen für einen Blechtreffer oder zwei Punkte für einen erfolgreichen Ditsch-Wurf durch einen nur 15 Zentimeter tiefen Schlitz zwischen Blechplatte und Wasser. Wem er den Titel zu verdanken hat, weiß der 51-Jährige genau. Seinen Steinen natürlich, die er – so behauptet er es jedenfalls – aus seinem Urlaub in Kanada mitgebracht hat. „Originalsteine aus dem Eriesee, das ist das Geheimnis. Mit der von der „Ostseefjord Schlei“ gestifteten WM-Siegprämie kann Dirk Reeps jetzt schon wieder Urlaub machen. Zwar nur Kurzurlaub in der Heimat im Damper Ostsee Resort. Aber dafür mit viel Gelegenheit zum Ditschen

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