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Schleswig-Holstein Pudel brauchen kein Krönchen und anderen Tüddelüt
Nachrichten Schleswig-Holstein Pudel brauchen kein Krönchen und anderen Tüddelüt
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13:00 30.09.2019
Von Heike Stüben
Pudel sind nicht aufdringlich, springen nicht gleich jeden an, sondern sind langsam in ihrer Zuneigung. Quelle: Uwe Jans

Frau Dr. Feddersen-Petersen, Sie haben im Institut für Haustierkunde der Kieler Universität viele Jahre mit Pudeln gearbeitet. Warum mit dieser Rasse?

Dorit Feddersen-Petersen: Die Pudel ausgewählt hat der Direktor des Instituts, Prof. Wolf Herre. Er war Pudelzüchter, immer umgeben von drei, vier Pudeln, die sehr gut gehorchten. Er liebte diese Rasse und forschte über Domestikation, also den Weg vom Wild- zum Haustier. Dafür wählte er unter anderem Wölfe und Pudel, weil Pudel verschiedene Vorteile haben: Es gibt sie in verschiedenen Größen vom Großpudel über den Standardpudel zum Zwerg- und Toypudel. So konnten wir den Großpudel mit Wölfen und Koyoten und den Standardpudel mit Schakalen kreuzen und über Puwos, Pukos und Puschas forschen. Prof. Herre war ein Pudelmensch. Ich aber war zunächst skeptisch und eher ein Katzenmensch.

Dorit Feddersen-Petersen Quelle: Uwe Paesler (Archiv)

Wodurch hat sich das geändert?

Im Laufe der Arbeit mit den Pudeln habe ich diese Rasse sehr schätzen und lieben gelernt. In den verschiedenen Situationen reüssierten sie wunderbar, haben sich schnell zurechtgefunden, waren dabei freundlich und aufmerksam. Ich empfand sie als Allerweltskerle und hatte dann selbst auch Standard- und Großpudel.

Was haben sie als Hundehalterin an der Rasse geschätzt?

Pudel sind außerordentlich intelligent, sehr lernfähig, aber auch anpassungsfähig. Insbesondere ihr soziales und ausgeglichenes Wesen hat mir außerordentlich imponiert. Das kennzeichnet insbesondere den Groß- und den Standardpudel.

Kleine Züchtungen wie Toypudel können sehr hektisch sein, sind meiner Meinung nach gequält worden durch uns Menschen mit der Kleinzüchtung. Das geht nicht spurlos am Wesen und Verhalten vorbei und ist nichts Positives für die Spezies. Pudelzüchter mögen das anders sehen, aber für mich repräsentieren sie nicht die Eigenschaften, die ich mit dem Pudel verbinde.

Hat dies auch dazu beigetragen, dass der Pudel in Verruf kam?

Ich denke schon, frisiert, Schoßhunde, die wie ein Accessoire behandelt wurden und auf Äußerlichkeit getrimmt, das hat dem Image der Rasse sicher geschadet. Dazu kam die Mode, die Tiere merkwürdig zu scheren und zu frisieren. Es würde mich freuen, wenn sich das wieder ändern und das ausgeglichene Wesen der Pudel wieder in den Vordergrund rücken und geschätzt würde.

Hier sehen Sie Bilder von Pudel-Besitzern.

Für welche Situationen und Menschen eignet sich der nicht kleingezüchtete Pudel?

Mir fällt eigentlich niemand ein, zu dem der Pudel nicht passt und an den er sich nicht sozialisieren würde. Pudel haben die Fähigkeit, auf unterschiedliche Menschen individuell zuzugehen. Sie sind nicht aufdringlich, springen nicht gleich jeden an, sondern sind langsam in ihrer Zuneigung. Es sind tolle Begleiter, mit denen man auf sehr unterschiedliche Weise leben kann.

Eignen Sie sich auch für spezielle Aufgaben?

Als Therapiehunde werden Großpudel immer mal wieder eingesetzt. Ich habe auch mit Hundebesitzern gesprochen, und die waren sehr zufrieden mit den Leistungen. Die Hunde haben gute Voraussetzungen, weil sie lernwillig, dazu ruhig und nervenstark sind, aber auch eine ganze Menge wegstecken können.

Unzufrieden ist man vielleicht mit der Haarpflege und dem Haarschneiden. Die Tiere haben Wollhaar. Man muss die Haare scheren, weil die Wolle sonst verfilzt. Aber das muss man nicht mit Krönchen und anderem Tüddelüt machen. Ich habe meine Hunde immer mit einem Sechs-Millimeter-Scherkopf immer gleichmäßig von Kopf bis Fuß abgeschoren. Das war praktisch, keine Frisur. Sie sahen wie Hunde aus.

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