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Schleswig-Holstein Angler müssen weitere Quoten fürchten
Nachrichten Schleswig-Holstein Angler müssen weitere Quoten fürchten
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07:11 28.04.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Die Landesregierung plant, die EU-Fangquote für Dorsch umzusetzen. Quelle: dpa
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Kiel

Der Landtag überwies die umstrittene Reform des Fischereirechts am Freitag an die Ausschüsse. Mit der Novelle will Habeck die EU-Vorgabe für Freizeitangler (höchstens fünf Dorsche am Tag) umsetzen und streng kontrollieren. Der sechste Dorsch würde Angler 113,50 Euro kosten, jeder weitere nochmals 35 Euro.

Der sechste Dorsch würde 113,50 Euro kosten

Verbandschef Albrecht geht davon aus, dass diese Tagesfangquote kaum zum Bestandsschutz des Dorsches beiträgt. "Der Hauptgrund für den Rückgang des Dorsches ist die industriell betriebene Schleppnetzfischerei." Albrecht befürchtet, dass der Tourismus unter der Fangquote leide. Hobbyangler würden nach Skandinavien ausweichen. Einbußen dürfte es auch bei Angelkuttern geben.

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Jamaika steht nur hinter der Dorschquote

Die Jamaika-Koalition steht geschlossen hinter der Dorschquote, ist aber bei einer anderen Regelung zerstritten. So wollen CDU und FDP es Habeck nicht ermöglichen, bei Bedarf auch Fangbegrenzen für andere Fischarten wie etwa den Hecht einzuführen.

"Uns geht es nicht darum, Angler zu drangsalieren", sagt Habeck. Ziel sei, ein weiteres Instrument zum Schutz der Bestände zu erhalten. Andere Möglichkeiten, etwa längere Schonzeiten oder höhere Mindestmaße für bedrohte Fischarten, würden alle Angler treffen. "Uns geht es um diejenigen, die besonders viel fangen." Habeck betont, dass es keine aktuellen Pläne für solche Tagesfangquoten an Flüssen oder Seen gebe.