Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Kinderonkologe erhält Forschungspreis
Nachrichten Schleswig-Holstein Kinderonkologe erhält Forschungspreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:54 27.01.2020
Von Jördis Merle Früchtenicht
Der Onkologe Dr. Denis Schewe erhielt den Hensel-Preis der medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel für seine Forschung zu Therapien von Leukämie. Quelle: Christian Urban, Uni Kiel
Anzeige
Kiel

Dr. Denis Schewe, Oberarzt für Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation an der Kinderklinik des UKSH Kiel, untersucht mit seinem Team schwerpunktmäßig die akute lymphatische Leukämie (ALL). "Der Hensel-Preis ist eine besondere Anerkennung für unsere Forschung", sagt Schewe. Die von der Kieler Hensel-Stiftung finanzierte Auszeichnung wird alle drei Jahre von der medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) vergeben.

ALL ist die häufigste Leukämieform bei Kindern. Die Erkrankung geht von bösartig entarteten Vorläuferzellen bestimmter weißer Blutkörperchen aus. Der Krebs verursacht meist eine schnell fortschreitende Verminderung der Knochenmarksfunktion und damit eine gestörte Blutbildung.

Unbehandelt führt die Leukämieform zum Tod

Unbehandelt führt ALL innerhalb kurzer Zeit zum Tod. Heutzutage haben Kinder in vielen Fällen gute Überlebens- und Heilungschancen. Bei 15 bis 20 Prozent der Betroffenen kommt es jedoch zu Erkrankungsrückfällen.

„Die Motivation für meine Forschung ist, die Heilungschancen der Kinder zu erhöhen“, sagt Schewe. Er arbeitet mit seinem Team unter anderem an der Entwicklung von Antikörper-basierten Immuntherapien. „Gerade für Betroffene, die auf derzeitige Therapien nicht ansprechen, sind solche Forschungsansätze besonders wichtig“, sagt Prof. Dr. Ulrich Stephani, Dekan der medizinischen Fakultät der CAU.

Die bei der Immuntherapie zum Einsatz kommenden, künstlich hergestellten Antikörper sind Proteine, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip wirken. „Sie docken gezielt an den Leukämiezellen an“, erklärt Schewe. Je nach Antikörper würden die Krebszellen entweder direkt abgetötet oder das Immunsystem werde gegen die Zellen gerichtet und töte diese dann ab.

Schewe erforscht im UKSH-Labor neue Antikörper

Bislang würden diese Therapien vor allem bei Rückfällen eingesetzt. „Immuntherapien können im Vergleich zu Chemotherapien weniger toxisch sein“, erläutert Schewe. Mit seinem Team untersucht er in Laborversuchen unter anderem neue Antikörper sowie neue Kombinationen der Proteine. Das Preisgeld sei ein wesentlicher Beitrag zur Finanzierung der weiteren Forschung.

Lesen Sie auch:

Leukämie: Abwehrzellen aus dem Reagenzglas

Wenn das Baby an Leukämie erkrankt

UKSH Kiel testet neue Krebstherapie

Weitere Nachrichten aus Schleswig-Holstein lesen Sie hier.

Unbekannte Täter haben am Montag in Schenefeld (Kreis Pinneberg) einen Linienbus gestohlen und nach einer Spritztour auf einer Wiese wieder abgestellt. Das Fahrzeug wies auf der Beifahrerseite großflächige Lack- und Blechschäden auf, teilte die Polizei mit.

27.01.2020

Einst war die Hanse eine Macht und dominierte seit dem 12. Jahrhundert Wirtschaft, Handel und Politik im gesamten Nord- und Ostseeraum. Bedeutung und Einfluss sind über die Jahrhunderte zwar geschwunden, das Bündnis gibt es aber noch immer – und es erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit.

Bastian Modrow 27.01.2020

Von der Mitfahrerin zum Chauffeur: Eine 45 Jahre alte Frau, die über eine Mitfahr-App eine Gelegenheit zur Fahrt nach Dänemark gefunden hatte, musste nach einer Polizeikontrolle bei Schuby selbst ans Steuer. Der Fahrer hatte Drogen konsumiert und durfte nicht mehr weiterfahren.

27.01.2020