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Schleswig-Holstein Drogenhandel nimmt im Norden weiter zu
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10:00 14.06.2019
Von Bastian Modrow
Im vergangenen Jahr waren vor allem beim Handel und Schmuggel von Heroin, Kokain (Bild) und Crack Zunahmen zu beobachten. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa (Symbolbild)
Kiel

Einem internen Lagebild des Landeskriminalamtes (LKA) zufolge, das unserer Zeitung vorliegt, stammten 174 Verdächtige nicht aus Deutschland.

Neben den 84 Deutschen gerieten am häufigsten Kriminelle aus Polen (98), der Türkei (35) und Albanien (10) in den Fokus der Polizei.

Handel mit Kokain und Marihuana

Schwerpunkt von Organisierter Kriminalität in Schleswig-Holstein sind dem Bericht zufolge Drogengeschäfte. Von den insgesamt 18 Großverfahren im vergangenen Jahr wurden elf im Kampf gegen Rauschgiftkriminalität geführt. Häufig seien dabei albanische Tatverdächtige in Erscheinung getreten, die sich auf Einfuhr von und Handel mit Kokain und Marihuana spezialisiert hatten. Besonders erfolgreich war die Polizei 2018 aber im Kampf gegen einen 15 Mann starken deutsch-türkischen Drogenring, der im großen Stil Betäubungsmittel von der Türkei nach Norddeutschland geschmuggelt hatte. Als die Ermittler zuschlugen, wurden in einer als Drogenlager genutzten Wohnung in Hamburg knapp 15 Kilogramm Heroin sichergestellt.

10 024 Rauschgiftdelikten in 2018

Dem internen Papier des LKA zufolge waren im vergangenen Jahr vor allem beim Handel und Schmuggel von Heroin, Kokain und Crack Zunahmen zu beobachten. Die Kriminalitätsstatik bestätigt den Trend: Insgesamt zählte die Landespolizei 2018 mit 10 024 Rauschgiftdelikten den höchsten Wert seit 2012.

Darknet und Kryptowährung erschweren die Ermittlungen

Der Kampf gegen professionelle Banden stellt die Behörden vor immer größere Herausforderungen: „Die OK-Täter bedienen sich zunehmend undurchsichtiger, international verzweigter Gesellschafts- und Kontenkonstruktionen“, heißt es in dem Polizeibericht. Ferner werde „die Anonymität des Darknet“ genutzt und Kryptowährungen als Zahlungsmittel verwendet.

Die Folge: Zahlungsströme würden „immer geschickter verschleiert“ und seien nur noch sehr schwierig nachzuvollziehen. Auch Absprachen zwischen Kriminellen könne die Polizei „mangels geeigneter Überwachungsinstrumente für verschlüsselte Kommunikation“ nur selten verfolgen.

Telekommunikations-Überwachung wird vermehrt eingesetzt

Um den OK-Gruppierungen auf die Spur zu kommen, setzt die Polizei daher immer häufiger auf Telekommunikations-Überwachung – zuletzt vor allem, um den Verantwortlichen im Kampf gegen Enkeltrickbetrüger und „falsche Polizisten“ auf die Spur zu kommen. 436 Mal zapften die Ermittler 2018 dafür Telefonanschlüsse an. Zum Vergleich: 2017 waren es nur 76 Fälle gewesen.

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