Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein E-Scooter noch nicht straßentauglich
Nachrichten Schleswig-Holstein E-Scooter noch nicht straßentauglich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 15.06.2019
Von Laura Treffenfeld
Foto: Noch dürfen die E-Scooter nicht am Straßenverkehr teilnehmen.
Noch dürfen die E-Scooter nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Anzeige
Kiel

Der Hype um elektrisch angetriebene Tretroller ist groß. Sie sollen praktisch und portabel sein und ihre Besitzer schnell von A nach B bringen. Ab dem 15. Juni tritt die Verordnung mit der generellen Zulassung und den technischen Anforderungen in Kraft. Doch noch haben die Hersteller ihre Straßenzulassung nicht in trockenen Tüchern. Zudem bekommen bereits gekaufte E-Roller meist keine nachträgliche Zulassung. Wir haben die wichtigsten Fragen für Sie beantwortet.

Kann ich mir jetzt schon einen E-Scooter kaufen?

Ja, aber Händler raten davon ab. Denn Exemplare, die jetzt bereits erhältlich sind, haben bis auf wenige Ausnahmen noch keine Zulassungsnummer und dürfen demnach nicht im Straßenverkehr benutzt werden.

Ab wann kann ich den E-Roller legal auf der Straße fahren?

Das ist möglich, sobald die Hersteller die Allgemeine Betriebs Betriebserlaubnis (ABE) für ihre Modelle beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragen. Die gibt es, wenn E-Scooter die nun feststehenden Anforderungen erfüllen: Sie dürfen zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben. Die Gefährte dürfen 70 Zentimeter breit sein, 1,40 Meter hoch und 2,00 Meter lang. Erlaubtes Maximalgewicht sind 55 Kilo. Pflicht sind außerdem zwei Bremsen, Licht und eine „helltönende Glocke“. Die Bearbeitung beim KBA dauert meist zwei Wochen.

Was machen die Läden, mit den E-Rollern, die sie jetzt schon im Geschäft stehen haben?

"Abgesehen von zwei Roller-Modellen, die ausnahmsweise bereits eine Zulassung bekommen haben, kann ich alle anderen Roller hier höchstens im Hinterhof zum ausprobieren anbieten", sagt Klaus von Waldow, Inhaber des Rollergeschäftes "Trankvile" in Kiel. "Oder ich verkaufe sie an Kunden, die damit nur auf privatem Gelände fahren wollen oder mache sie vielleicht Seglern schmackhaft, die die Roller mit nach Dänemark nehmen, dort können die nämlich auch so gefahren werden."

Was mache ich mit einem bereits gekauften Roller, der keine Zulassung hat?

Diese Roller haben keine Zulassungsnummer im Rahmen und werden wahrscheinlich auch nachträglich keine bekommen. Wenn die E-Scooter die Anforderungen der Verordnung nicht erfüllen, können sie theoretisch nachgerüstet werden. Dabei liegt es laut Ministerium aber bei den Herstellern oder Händlern, ob sie Nachrüstungen anbieten.

Brauche ich eine Haftpflichtversicherung für meinen E-Roller?

Ja. Alle Roller, die eine Straßenzulassung haben und auch im Straßenverkehr zum Einsatz kommen, müssen versichert werden. Die Preise dafür variieren. Die "Provinzial" bietet in Kürze einen entsprechenden Haftpflichtversicherungsschutz für 29 Euro im Jahr an.

"Wer seinen E-Scooter versichern will, kann einen Versicherungsschein bei uns online beantragen, aber das selbstverständlich auch über eine unserer Agenturen im ganzen Land tun. Innerhalb weniger Tage bekommen unsere Kunden ihre Aufkleber direkt nach Hause", sagt Malte Kuzla, Abteilungsleiter für den Bereich Marktmanagement bei der Provinzial. Bei der "Itzehoer" kostet die Plakette für E-Scooter 35 Euro. Die "Huk-Coburg" bietet bis zu einem Alter von 23 Jahren eine Kfz-Haftpflichtversicherung für 29 Euro und für Personen ab 23 Jahren für 19 Euro an.

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein lesen Sie hier.

Christin Jahns 15.06.2019
Christian Trutschel 14.06.2019