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Schleswig-Holstein Politik jubelt, Radvertreter skeptisch
Nachrichten Schleswig-Holstein Politik jubelt, Radvertreter skeptisch
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18:26 17.05.2019
Von Niklas Wieczorek
Die E-Tretroller können wohl zum Sommer auch in Schleswig-Holstein starten. Das bewerten aber nicht alle gleich positiv. Quelle: Oliver Berg/dpa
Kiel

"Wir finden natürlich gut, wenn sie Konkurrenz zum Auto werden", sagt Thomas Möller, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Doch er sieht auch ein Problem: "Es wird eine Konkurrenz um die Flächen geben, gerade in großen Städten wie Kiel und Lübeck." Auch ob die Sicherheit gewährleistet ist, stellt er in Frage: Kann ein Rollerfahrer Handzeichen geben, ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten, oder rechtzeitig bremsen? "Das ist ein Riesen-Experiment, von dem wir hoffen müssen, dass es gut ausgeht", sagt Möller. Dieses Experiment gehe zulasten der Fahrradfahrer.

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Landespolitik begrüßt die E-Tretroller

Zuversicht dagegen in der Politik, auch im Norden: Bei neuen Möglichkeiten für die Mobilität seien zunächst die Chancen zu sehen, so Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs. "Es ist gut, dass es jetzt endlich losgehen kann." Auch Andreas Tietze, verkehrspolitischer Sprecher der Grüne-Landtagsfraktion, jubelt: "E-Scooter sind praktisch, sportlich und ein Teil der Verkehrswende." In Kiel seien sie recht am Platze: „Besonders in den belasteten Städten können so Emissionen vermieden werden."

Die Roller seien "die coole Art, dem Klimawandel den Kampf anzusagen", formuliert es Kai Vogel, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Eine gewisse Unruhe bei neuen Verkehrsmitteln sei üblich. Die E-Tretroller könnten sich durchsetzen – eine Helmpflicht müsse aber auch diskutiert werden. Kay Richert, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, sieht durch die Roller "eine Lücke im Mobilitätsangebot" geschlossen. Sie hätten Potential zum Umsteigen zu bewegen. Laut Hans-Jörn Arp, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, ist in puncto Sicherheit auf Eigenverantwortung zu setzen.

Stadt Kiel und Polizei beobachten E-Scooter

Der Radverkehrsbeauftragte in Kiel, Uwe Redecker, sagt: "Ich erwarte eine stark jahreszeitlich abhängige Nutzung." Dabei werde viel von gegenseitiger Rücksichtnahme abhängen. Wie bei anderen Fahrzeugen sei zu erwarten, "dass manche nicht regelkonform unterwegs sein werden". Auch die Landespolizei kündigte an, das neue "Verkehrsphänomen zu beobachten", so Sprecher Jürgen Börner. Dazu gehöre auch die Unfalllage.

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