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Schleswig-Holstein Zum Endspurt kommt AKK nach Kiel
Nachrichten Schleswig-Holstein Zum Endspurt kommt AKK nach Kiel
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09:24 23.05.2019
Von Christian Hiersemenzel
Die CDU setzt bis zuletzt auf persönliche Gespräche: Haustürwahlkampf in Kiel mit der Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, Spitzenkandidat Niclas Herbst und Birte Glißmann von der Jungen Union. Quelle: Frank Peter
Kiel

Gegen Ende ihrer Rede standen zehn Vertreter der Kieler Klimaschutzgruppe „Extinction Rebellion“ auf und hielten Plakate in die Höhe. „Klimawandel tötet“ stand unter anderem darauf und: „Diese Partei gefährdet unser Leben“. Einer der Aktivisten wurde nach kurzem Handgemenge mit der Polizei aus dem Saal geführt. Er bekam eine Anzeige.

Die Parteifreunde aus Schleswig-Holstein wollen nicht nur erneut stärkste politische Kraft im Norden werden, sondern auch die anderen Landesverbände überflügeln. 2014, damals noch unter dem Vorsitz des Europaparlamentariers Reimer Böge, hatte man 34,4 Prozent geholt.

Die SPD kam damals auf 31,9 Prozent, die Grünen auf 12,4 Prozent, die FDP auf 3,8 Prozent, die AfD auf 6,8 Prozent, die Linke auf 4,5 und die Piratenpartei auf 1,5 Prozent.

"Günther kann gelassen auf diesen Sonntag schauen"

Als Bundesvorsitzende sehe sie den Wettbewerb der Landesverbände mit Wohlwollen, stellte Kramp-Karrenbauer fest. Man müsse das Wahlergebnis in Schleswig-Holstein auch als Zwischenergebnis für die Kieler Jamaika-Regierung bewerten. „Günther kann mit einer gewissen Gelassenheit auf diesen Sonntag schauen.“

Im Vergleich zur vergangenen Europawahl hatte der Landesverband diesmal seinen Werbeetat verdoppelt. Spitzenkandidat Herbst sagte, dass er nach etwa 250 Wahlkampfterminen darauf setze, die Menschen von der Bedeutung Europas zu überzeugen und mehr Wähler zur Stimmabgabe zu bewegen. „Das Interesse der Menschen ist hoch, doch treibt viele Menschen die Sorge um, wie es mit Europa weitergeht.“ Die CDU stehe für ein Europa, „das unseren Bürgern Sicherheit gibt und gemeinsam unsere Außengrenzen schützt.“ Eine Allianz mit Rechtspopulisten lehne man klar ab.

Kritik an der SPD: "nur nationale Themen"

Parteichefin Kramp-Karrenbauer kritisierte, dass sich der Diskurs zuletzt überwiegend auf die Frage pro oder kontra EU konzentriert habe. „Wir hatten relativ wenig Debatte in der politischen Mitte, wie Europa aussehen soll.“ Die SPD indes tue „alles dafür, dass nationale Themen nach vorn gespielt werden“.

Wenn deren Spitze ausgerechnet in der Woche vor der Europawahl erneut einen Entwurf zur Finanzierung der Grundrente präsentiere, dann offenbare sie damit, dass ihr Europa-Angebot „inhaltlich und personell nicht so groß“ sein könne.

Fakten sollen Youtube-Video entkräften

Ausgerechnet im Endspurt kommt der Union im Internet ein millionenfach geklicktes Video des Youtubers Rezo in die Quere. Titel: „Die Zerstörung der CDU“. Kramp-Karrenbauer kündigte an, dass das Konrad-Adenauer-Haus zügig alle wesentlichen Fakten zur Verfügung stellen werde, um die Argumente zu entkräften. Der Beitrag sei „ein Schlag ins Gesicht der fast 420 000 Mitglieder. Warum werden wir nicht auch noch für die sieben Plagen der Menschheit verantwortlich gemacht?“

Vier Tage vor der Europawahl hat die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer Kiel besucht.

Helmer Krane ist 28 Jahre alt, Jurist, FDP-Fraktionschef in Bad Bramstedt und Kandidat der FDP Schleswig-Holstein bei der Europawahl. Er ist im Wahlkampf und beschreibt sich selbst als überzeugten Europäer. Dabei stehen seine Chancen bei der Wahl am Sonntag mit Bundeslistenplatz 16 eher schlecht.

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