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Schleswig-Holstein Echte Naturtalente ut Kiel
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12:00 10.02.2019
Von Heike Thode-Scheel
De Band Lenz: Christoph Richartz, Johannes Buller, Fredreik Kleinschmidtun Thies Warnholz - Philipp Teichert fehlt. Quelle: th

Maak ok nix. Denn de Provenruum is man lüerlütt un bavento vull mit Instrumente. Sotoseggen bit ünner’t Dack. Groot Slaagtüüch, Verstärker, Keyboard, Gitarren, Mikro, Notenstänner, Boxen, een Beerkasten, een Stohl un twee Waschbecken. Merrnmang de veer Jungs steiht Thorsten Börsen vun’t Plattdüütsche Zentrum. He is sotoseggen de „plattdüütsche Topleeger“ för de Bands ut Sleswig-Holsteen un Hamborg. Un he is ok noch de „Vadder“ vun den  ganzen Kraam. Verleden Johr is de Musik-Wettstriet to’n eersten Mol anlopen. Aver dat is nich all’ns: „En poor Johr heff ik all op’n Buckel“, sineert Börnsen. Fief Johr lang weer he nämli för den Platt-Musik-Wettbewarb „plattspounds“ in Neddersassen tostännig.

 Platt schnacken is bi „plattsounds“ keen Muss – dat puult Börnsen de jungen Lüüd denn so peu à peu bi. Singen un musizeern, Texte sölben schrieven un en Leed komponeern – dat is aver en Muss. Wenn de Band oder de enkelten Musiker twüschen 15 un 30 Johr ehr Leed trech hebbt, denn geiht dat in’t „Labor“. Dor warrd de Texte Platt maakt. Vun dor kaamt de Leeder in den Contest rin. Nu hebbt se en echte Chance, in’t Finale to stahn.

 Man sowiet sünd de Jungs vun „Lenz“ noch nich. De plattdüütsche Text liggt al vör se op’n Notenstänner – nu geiht dat dorüm, woans dat utsproken warrd: „Wi sünd den Text all mol dörchgahn un kieken denn, wo dat noch haken deit“, verklaart Thorsten Börnsen. Man dat haakt gor nich dull Frederik Kleinschmidt kennt Platt vun sien Grootmodder. Man schnacken – dat truut he sik nich so recht. Thorsten Börnsen will em ünner de Arms griepen: „Dat is jo so’n Experiment. Un de Sinn vun’e Saak is jo, datt wi mutig warrd.“ Thies is dor all en Schritt wieder. He hett nich blots een poor Mol bi den Lees-Wettstriet „Schölers leest Platt“ mitmaakt, he hett ok Germanistik studeert un en Nedderdüütsch-Modul in’e Uni mitmaakt. Schnacken kann he noch nich goot, meent he tominnst – man wenn he anfangen deit, denn klingt dat perfekt. För em is de Spraak sogor wat ganz Besünneres: „Platt ist die deutlich rundere Sprache und viel musikalischer als Hochdeutsch.“

Un denn geiht dat Pröven los. Eerst mol den Text. Vörlesen, rinlesen, verstahn . . . „De Jungs sünd echt begabt“, swöögt Thorsten Börnsen, „dorför, datt se keen Plattdüütsche sünd, höört sik dat all gefährlich richtig an.“ Vun achtern röppt Christoph miteens : „Also, en beten Platt kann ik ok.“ Bi em tohuus hett de Familie jümmers Plattdüütsch schnackt – op Feste un Fiern. „Ich bin da schon mit aufgewachsen und verstehe das auch gut. Aber sprechen?“ So peu à peu kümmt dat bi jedeen vun’e Jungs rut, datt se tominnst Platt in’e Ohrn hebbt.

Mit’e Musik tosamen warrd dat glieks en beten runner. Se speelt los, kiekt sik an, singt den Text dorto un – verdorri noch Mol – dat klappt op’t Best. Dorbi maakt se noch gor nich so lang Musik tosamen. Villicht een, twee Johr. Un twaars ganz besünnere Musik: „Wi seggt jümmers Ledermaker-Jazz dorto“, smüüstert Thies, „Frederik schreibt die Texte am Klavier und dann machen wir daraus einen Song für die ganze Band.“ Johannes besinnt sik op de eerste Tiet: „Es kann passieren, dass ein Stück in ein ganz anderes Lied umgebaut wird. Dass daraus ein cooler Song wird mit krassen Jazzakkorden.“

Noch mol den Refrain: „Aver Tiet, aver Tiet, aver Tiet blifft uns keen . . .“ Klappt doch. De Jungs passt tosamen as de Deckel op’n Pott. „Das ist ja sowieso ein Experiment“, dor is sik ok Thies wiss, „ein Platt-Experiment. Wir gehen da mit einer großer Offenheit ran. Wenn Platt, dann soll es auch was Interessantes und Neues sein. Das ist cool.“

Un denn fangt se an: „Wi sünd düsse Nacht born/blots, wohen schüllt wi gahn/ müss an di dinken hüüt Nacht/Aver Tiet, aver Tiet, aver Tiet/ blifft uns keen – hüüt Nacht . . .“

Thorsten Börnsen kiekt de Jungs vergnöögt an un freut sik: „Also, de sünd doch neeg dran an echte Naturtalente.“

www.plattbeats.de

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