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Schleswig-Holstein Eigenanteil für einen Pflegeplatz steigt
Nachrichten Schleswig-Holstein Eigenanteil für einen Pflegeplatz steigt
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09:30 22.08.2019
Von Florian Sötje
Kinder pflegebedürftiger Eltern sollen finanziell entlastet werden. Das sieht das Angehörigen-Entlastungsgesetz vor. Quelle: Christoph Schmidt
Kiel

Die Beitragsspanne für einen Platz in einem Pflegeheim reicht in der Bundesrepublik von 1331 Euro pro Monat in Sachsen-Anhalt bis zu 2337 Euro in Nordrhein-Westfalen. In Schleswig-Holstein werden im Monat für einen Platz im Pflegeheim durchschnittlich knapp 1679 Euro fällig. In Kiel lag dieser Wert 2017 bei 1785 Euro.

Verschiedene Kosten ergeben den Eigenanteil

Der Eigenanteil für Bewohner von Pflegeheimen setzt sich aus Kosten für Pflege und Betreuung, Verpflegung und Unterkunft, Investitionskosten sowie gegebenenfalls einer Ausbildungsumlage und vereinbarten Zusatzleistungen zusammen. Den anderen Anteil an den Gesamtkosten für einen Pflegeplatz übernimmt die Pflegekasse (von Pflegegrad 1 mit 125 Euro bis Pflegegrad 5 mit 2005 Euro).

21.300 Menschen in Schleswig-Holstein auf Grundsicherung im Alter angewiesen

Durch die steigenden Pflegekosten geraten immer mehr Bewohner oder deren Angehörige in finanzielle Nöte. Laut dem Statistischen Amt Nord waren Ende 2018 21.300 Menschen in Schleswig-Holstein auf Grundsicherungsleistungen im Alter angewiesen – zwölf Prozent der Betroffenen wohnen in Pflegeheimen, 58 Prozent davon sind Frauen.

Interaktive Karte: So steigen die Pflegekosten

Bundesratsinitiative forderte Deckelung des Eigenanteils

Sozialminister Heiner Garg (FDP) hatte daher Anfang 2019 eine Belastungsbremse für Pflegebedürftige und ihre Familien gefordert. Gemeinsam mit Hamburg brachte Schleswig-Holstein eine Bundesratsinitiative ein, die die Deckelung des Eigenanteils für Betroffene zum Ziel hatte. Garg schwebte eine Höhe von „unter 1000 Euro monatlich“ vor.

Kinder von Pflegebedürftigen sollen entlastet werden

Mitte August hat das Bundeskabinett beschlossen, dass Kinder von Pflegebedürftigen künftig für den Unterhalt nur noch dann finanziell herangezogen werden sollen, wenn sie mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdienen (Angehörigen-Entlastungsgesetz). Allerdings müssen Bundestag und Bundesrat diesem Beschluss noch zustimmen. Die neue Einkommensgrenze soll umgekehrt auch für die Eltern von Kindern gelten, die gepflegt werden müssen.

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