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Schleswig-Holstein IS-Terror ist für viele zu weit weg
Nachrichten Schleswig-Holstein IS-Terror ist für viele zu weit weg
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11:26 29.10.2014
Foto: Der IS-Terror ist für viele Jugendliche kein wirkliches Thema, die Ereignisse sind einfach zu weit weg.
Der IS-Terror ist für viele Jugendliche kein wirkliches Thema, die Ereignisse sind einfach zu weit weg.
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Kiel

Doch wie sieht es bei den Jugendlichen aus? Bei all der Aufmerksamkeit, die der Organisation wohl oder übel geschenkt wird, muss der IS doch auch ein Begriff unter Jüngeren sein? Bei einer Schülerumfrage stellte sich heraus, dass viele 13- bis 16-Jährigen zwar schon von dem IS gehört haben und auch, dass er in einen Krieg verwickelt ist, doch wofür I und S eigentlich genau stehen, wissen nur recht wenige. IS steht für Islamischer Staat. Das ist nämlich das eigentliche Ziel der Terror-Organisation. Sie wollen ein Kalifat, also eine komplett islamistische Regierungsform, errichten.

„Das geht nur die Politiker etwas an, nicht mich“, meint ein 15-Jähriger. Doch ist das wirklich so? Kann es uns Jugendliche einfach so „nichts angehen“ wenn auf einem unserer Nachbarkontinente Menschen ihr Leben lassen, ihre Rechte mit Füßen getreten werden und sie eine Religion aufgezwungen bekommen? Das Interesse an diesem Thema hält sich oft in Grenzen. Bei manchen ist das Interesse zwar da und hin und wieder wird auch ein kleiner Zeitungsartikel gelesen oder die Nachrichten eingeschaltet, aber um sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, dafür ist es einfach „zu weit weg“.

„Es könnte mich vielleicht interessieren, wenn ich es verstehen würde“, gibt eine 15-jährige Schülerin der Christlichen Schule Kiel zu. Diese Meinung teilen mehrere Befragte. Auf die Nachfrage, was sie denn genau nicht verstehen würden, lautete die Antwort stets: „Warum besiegt man die IS-Terroristen nicht einfach?“

Eine denkbare Antwort darauf wäre, dass nicht nur Deutschland und Amerika Waffen haben, sondern eben auch die Terrororganisation Islamischer Staat. Zudem schwanken manche Parteien, wie die Linken, noch bei der Frage: Eingriff, ja oder nein?

Eine andere wäre, dass es zu verhindern gilt, dass noch mehr Zivilisten, Helfer und Andersgläubige getötet werden. Die Geiselnahmen der IS stellen Politiker vor eine moralische Hürde. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und zu welchem Ergebnis der Bundestag kommt, wenn es darum geht: militärisches Eingreifen ja oder nein?

Von Michèle Minnie, Klasse 9b, Christliche Schule Kiel