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Schleswig-Holstein 40.000 Bäume für einen neuen Wald
Nachrichten Schleswig-Holstein 40.000 Bäume für einen neuen Wald
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18:36 10.07.2019
Von Christian Hiersemenzel
Über die Aktion "Einheitsbuddeln" sollen 40.000 Bäume in Schleswig-Holstein gepflanzt werden. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Kiel

Das waldarme Schleswig-Holstein will zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober 2019 eine neue Tradition ins Leben rufen: Unter dem Motto #Einheitsbuddeln soll jeweils das Land, in dem die nationalen Feierlichkeiten ausgetragen werden, mindestens 40.000 Bäume pflanzen. Auf diese Weise sollen bundesweit neue Wälder entstehen. In diesem Jahr startet das Fest in Kiel, die Bäume sollen in den Hüttener Bergen gepflanzt werden. Im nächsten Jahr ist Brandenburg an der Reihe.

Staatssekretär spricht von Klimazielen

„Wir wissen, dass Aufforstungen eines der wirksamsten Mittel gegen den Klimawandel überhaupt und einer der entscheidenden Schlüssel zum Erreichen der Klimaziele sind“, sagte Dirk Schrödter (CDU), Chef der Staatskanzlei, gestern zum Auftakt der Aktion. „Während andernorts noch diskutiert wird, wie Aufforstungen gelingen können, haben wir bereits ein konkretes Projekt am Start.“

Zur Unterstützung hat die Landesregierung ein breites Bündnis an Partnern gewonnen: den Städteverband und den Gemeindetag, die Landesverbände der Gartenfreunde, der deutschen Baumschulen und des Garten- und Landschaftsbaus, die Landwirtschaftskammer, den Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen – und die Fielmann AG als Mitinitiatorin. Sie stiftet die ersten 10 000 Bäume.

Fielmann unterstützt Spendenaktion

Das Unternehmen pflanzt nach eigenen Angaben seit 1984 jedes Jahr für jeden seiner Mitarbeiter einen Baum – bis heute seien es europaweit mehr als 1,5 Millionen Bäume und Sträucher, sagte Vorstandschef Marc Fielmann und verwies auf den Nachhaltigkeitsgedanken. „Wir wollen gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein ein Zeichen für die Zukunft setzen.“ In einem zweiten Schritt werde man bis zu 15 000 weitere Setzlinge stiften – jeweils einen pro Baum, den Bürger ihrerseits spenden.

Entsprechend seien jetzt vor allem die Menschen in und um Schleswig-Holstein gefragt, sagte Staatssekretär Schrödter. „Jede und jeder kann dabei helfen, einen neuen Wald entstehen zu lassen.“ Eine Beteiligung sei zum Beispiel über eine Spende von fünf Euro für einen Baum möglich, der auf öffentlichem Grund gepflanzt wird. Kommunen und Unternehmen, aber auch Feuerwehren und Vereine würden aufgefordert, zum Tag der deutschen Einheit eigene Baumpflanzpartys zu feiern. Bürger könnten aber auch zu Hause mit der Familie, den Nachbarn und Freunden einen eigenen Baum pflanzen.

Tipps vom Experten für Privatleute

Welcher Baum sich dafür anbietet? „Der Megatrend sind in diesem Jahr insektenfreundliche Gehölze“, sagte Axel Huckfeldt, Landesvorsitzender beim Bund deutscher Baumschulen. Er empfiehlt die Bienenesche (Euodia hupehensis). „Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass der Baum in der Literatur auch den Beinamen ’Samthaarige Stink-esche’ trägt. Die meisten Menschen empfinden den Geruch als angenehm, sie blüht spät im Jahr und bietet mit Blüten für Insekten einen reichen Ertrag.“

"Die Mischung machts'"

Gut geeignet sei auch die heimische Kornelkirsche, die früh im Jahr blüht, wenn an sonnigen Tagen schon die ersten Insekten unterwegs sind, und mit ihren roten Beeren Vögeln Nahrung bieten. Die staubbindende Wirkung von Koniferen werden nach Ansicht des Vertreters der Baumschulen vor allem im städtischen Raum unterschätzt. „Die Mischung macht’s“, betont Huckfeldt. Vom Baum des Jahres 2019, der Flatterulme (Ulmus leavis), rät der Fachmann dagegen für den Privatbereich ab. Sie eigne sich aufgrund ihrer wuchtigen Ausmaße für Parks, Straßenzüge und die freie Natur.

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